HV-Saison in vollem Gange
Dax-Ausblick: Aktien weiter im Seitwärtstrend

Der Mai geht an den internationalen Aktienmärkten verhalten bis enttäuschend zu Ende. Die Quartalserichters-Saison ist beendet und der Markt wartet nun auf neue Impulse von der konjunkturellen Entwicklung. Da zunächst keine positiven Überraschungen von Unternehmensseite zu erwarten sind, dürften die Aktienmärkte zunächst in ihrem Stimmungstief verharren.

fgh DÜSSELDORF. Erst auf Sicht mehrerer Monate rechnet die DZ Bank vor dem Hintergrund eines im zweiten Halbjahr einsetzenden konjunkturellen Aufschwungs mit einem deutlichen Erstarken des Deutschen Aktienindexes. Bis zum Jahresende erwarten die Analysten einen Dax-Stand von 5 700 Punkten. Bei den Wachstumswerten des Neuen Marktes legen sie sich zwar nicht auf einen exakten Punktestand fest, gehen aber auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung und der Vorgaben von US-Technologieunternehmen in den kommenden Wochen von "neuen Impulsen" aus.

Die DZ Bank erechnet für die im Dax notierten Aktien momentan ein durchschnittliches KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 17,2 auf Basis der 2003er Gewinne und hält den deutschen Aktienmarkt damit im Vergleich zu den Rentenmärkten für günstig bewertet. Privatanlegern empfehlen sie zurzeit die Aktien von Thyssen-Krupp zum Kauf.

Im Neuen Markt gilt die DZ-Bank-Kaufempfehlung Aktien wie Elmos, LPKF, Qiagen und Singulus . Ein "interessantes Chance-/Risiko-Profil" hat nach Ansicht der Experten der Nebenwerte-Index MDax. Zwar nehme der Kurs dieses Börsenindexes in steigenden Märkten tendenziell etwas weniger stark zu als der Dax, doch sei dafür die Schwankungsbreite geringer. Auf der Kaufliste der Analysten stehen hier vor allem Hannover .

Mittelfristig orientierten privaten Anlegern empfiehlt die Commerzbank zurzeit vor allem Siemens auf dem aktuellen Kursniveau zum Kauf. Kurzfristige Rückschläge müssten allerdings einkalkuliert werden, heißt es in Frankfurt. Auch die Aktien der amerikanischen Schnellrestaurantkette McDonalds seien empfehlenswert. Sie profitierten zuletzt von einem kontinuierlich steigenden Kaufinteresse sowie vom allgemeinen Trend hin zu Value-Titeln.

Aufgrund der Feiertage in Europa und Amerika herrschte in dieser Woche an den internationalen Rentenmärkten Umsatzflaute. Auch hier sorgt ein Mangel an Anregungen generell für Zurückhaltung der Anleger. Auffallend ist die zur Zeit starke Korrelation zwischen der Entwicklung an den Renten- und Aktienmärkten, die ebenfalls auf das Fehlen von richtungsweisenden Nachrichten und eine gewisse Orientierungslosigkeit der Anleger zurückzuführen ist. Privaten Anlegern rät die Commerzbank in ihrem strategischen Wochenausblick weiterhin Pfandbriefe und Unternehmens-Anleihen mit guter Bonität im Laufzeitbereich von 3 bis 5 Jahren bevorzugen. Chancenorientierte Anleger könnten sich durch längere Laufzeiten höhere Renditechancen sichern, heißt es weiter.

Börsentermine der nächsten Woche

Eine Pause für die Anleger: Als einziger größerer Konzern legt der niederländische Lebensmitteleinzelhändler Ahold am kommenden Donnerstag seine Zahlen für das erste Quartal vor. Viele Analysten bewerten den Konzern zurückhaltend. Sie warten ab, ob das Geschäft in diesem Jahr anspringt und das Unternehmen seine Prognose erfüllen kann, beim Gewinn je Aktie um 15 Prozent zuzulegen. Belastend wirkt sich für Ahold die Argentinien-Krise aus. Der Konzern ist in Lateinamerika relativ stark vertreten. Sein Hauptgeschäft erzielt er aber in den USA, wo die Margen auskömmlich sind. Einige Investment-Profis haben Ahold mangelnde Transparenz in der Bilanz angekreidet - in diesen Zeiten Gift für den Aktienkurs. Auf einer Analystenkonferenz in der vergangenen Woche hat das Management Besserung gelobt.

Die Hauptversammlungssaison ist dagegen in vollem Gange: Beiersdorf macht am Dienstag den Auftakt. RWE, Deutsche Post und WCM stellen sich alle am Donnerstag ihren Aktionären.

Das stärker als erwartete Geldmengenwachstum in der Euro-Zone signalisiert zunehmende Inflationsgefahren und macht eine baldige Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) wahrscheinlicher. Volkswirte erwarten auf der Ratssitzung am nächsten Donnerstag zwar noch keinen Zinsschritt, aber immer mehr Experten rechnen mit einer Anhebung schon Anfang Juli.

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