HVB-Aktie fällt: US-Konjunkturdaten helfen Dax ins Plus

HVB-Aktie fällt
US-Konjunkturdaten helfen Dax ins Plus

Hoffnung auf eine Konjunkturerholung in den USA haben den Dax am Donnerstag trotz spektakulärer Kursverluste der Hypovereinsbank im Plus schließen lassen. "Da wird die Hoffnung gespielt, die größte Volkswirtschaft der Welt könnte doch wieder mehr in Fahrt kommen", sagte ein Händler.

Reuters FRANKFURT. Der deutsche Leitindex ging mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent auf 2513,2 Punkten aus dem Handel. Der Auftragseingang für langlebige Güter in den USA war im Januar mit 3,3 Prozent deutlich stärker als von Analysten erwartet gestiegen. Dies ließ auch die Leitindizes in New York steigen. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,9 Prozent im Plus bei 7879 Stellen, der technologielastige Nasdaq-Index gewann 1,3 Prozent auf 1319 Punkte.

Irak im Blick

Meldungen, Irak habe - wie von den Vereinten Nationen (Uno) gefordert - der Zerstörung von Raketen zugestimmt, hatten am Markt zeitweise Hoffnung auf eine Entspannung der Krise ausgelöst. Ein Sprecher der Uno-Abrüstungsgruppe sagte dazu, bislang liege kein Wort aus Bagdad zu diesen Forderungen vor. Der Irak erklärte unterdessen, er werde sich innerhalb von 48 Stunden schriftlich dazu äußern. Händler sagten für den Fall der Zerstörung der Waffen heftige Kursgewinne voraus. "Dann sind wir ganz schnell 5m,6 Prozent fester, vielleicht sogar mehr. Dann steigt die Hoffnung, es könnte keinen Krieg geben", sagte ein Börsianer.

Ölpreis zieht weiter an

Die Preise für Rohöl zogen an, nachdem US-Daten einen deutlichen Rückgang der Ölvorräte gezeigt hatten. Zudem treibt die anhaltende Kriegsangst in Irak den Ölpreis seit längerem an, da die Golfregion reich an Vorräten des Rohstoffes ist. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in London am Nachmittag 33,52 Dollar und damit 45 US-Cent mehr als am Vortag. In den USA war der Ölpreis am Vortag auf den höchsten Stand seit der Kuweit-Invasion des Irak 1990 gestiegen. Am Rentenmarkt gaben die Kurse nach. Der März-Bund-Future gab in Reaktion auf die Aktienmarktgewinne 34 Basispunkte auf 116,31 Prozent ab.

HVB-Aktie weiter auf Talfahrt

Nach einem Zeitungsbericht arbeitet die HVB derzeit an einer milliardenschweren Zwangswandelanleihe, die den Kapitalbedarf der Bank befriedigen soll. In Bankenkreisen wurde der Bericht allerdings dementiert. Die um Kapitalstärkung bemühte HypoVereinsbank stellte klar, dass sie keine solche Emission beschlossen habe. "Bei den Versicherern war schon lange über Kapitalerhöhungen spekuliert worden, bei den Banken nicht und diese Zwangswandelanleihe ist eine Art Kapitalerhöhung. So hat das keiner erwartet", sagte ein Händler. Durch eine Kapitalerhöhung wird der Gewinn je Aktie geschmälert, die Bewertung des Unternehmens an der Börse sinkt. Am Nachmittag notierten die HVB-Aktien noch elf Prozent im Minus bei 8,55 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Papiere damit mehr als 70 Prozent an Wert verloren. Die Papiere der Münchener Rück, die an der HVB beteiligt ist, fielen um 2,5 Prozent auf 77,65 Euro.

Die Kursverluste der SAP-Aktien von 4 Prozent auf 77,80 Euro begründeten Händler mit erneut kursierenden Marktgerüchten über eine mögliche Gewinnwarnung des Softwarekonzerns. SAP wollte keine Stellungnahme abgeben.

Auf der Gewinnerseite standen mit kräftigen Kursgewinnen die Papiere des Versorger RWE, des Einzelhandelskonzerns Metro und des Pharma-Unternehmens Bayer. Alle drei erholten sich angesichts der freundlicheren Marktstimmung von den zum Teil drastischen Kursverlusten der Vortage.

Bayer-Aktie wieder gefragt

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer. Die Papiere des Leverkusener Unternehmens gingen mit einem Plus von 7,5 Prozent auf 12,5 Euro aus dem Handel. "Der Bayer-Kursrutsch der vergangenen Tagen war übertrieben. Solange es kein Urteil in der Schadensersatzklage vorliegt, wird die Aktie in der nächsten Zeit auf jede Neuigkeit sehr sensibel reagieren. Wer jetzt kauft, ist auch bereit, schnell wieder zu verkaufen", sagte ein Händler. Die Titel hatten in den vergangenen Tagen auf Grund der in den USA anhängigen Schadenersatzklagen wegen des zurückgezogenen Medikaments Lipobay rund ein Drittel an Wert verloren. Medienberichten zufolge kannte Bayer die Nebenwirkungen des Medikamentes lange vor dessen Rückzug, was Bayer jedoch zurückwies.

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