Archiv
HVB gründet Firma für Problemkredite

Ex-Vorstand Bub führt ein Unternehmen auf den Bermudas, die das Risiko-Geschäft betreiben soll.

mwb MÜNCHEN. Die Hypo-Vereinsbank (HVB) forciert die geplante Abspaltung des Risiko-Transfer-Geschäfts. Bis zum November soll die Übertragung an die vor zwei Jahren gegründete HVB-Tochter Grand Central Re abgeschlossen sein, teilte die HVB mit. Chef des Unternehmens mit 100 Beschäftigten und Sitz in der Steueroase Bermuda, plus Niederlassungen in New York, Singapur, Tokio sowie London, wird der ehemalige HVB-Vorstand Stephan Bub sein. Bub war bei der Nachfolge von Albrecht Schmidt nicht zum Zuge gekommen. Der neue Finanzdienstleister soll als spezialisierter Rückversicherer problematische Kreditportfolios innerhalb und außerhalb des zweitgrößten deutschen Bankkonzerns verwalten.

"Hier bestehen erhebliche Gewinnpotenziale, die auch der HVB als Anteilseigner zu Gute kommen werden", verspricht Bub. Die HVB habe unter seiner Leitung in den vergangenen Jahren in Amerika und Asien umfangreiches Know-how aufgebaut.

Grand Central Re wird nach den Planungen jetzt ihr Eigenkapital von 200 auf 500 Mill. Euro erhöhen. Das Geld kommt von der HVB, wird aber das Eigenkapital der Bank "nicht nennenswert" belasten, wie die HVB mitteilt. Nach Kapitalerhöhung wird die HVB noch 91 % der Anteile halten, rund 6 % werden beim bisherigen Partner Max Re liegen und das Management um Bub wird mit 3 % beteiligt sein. Innerhalb von zwei Jahren soll sich die Beteiligung der HVB auf unter 50 % reduzieren. Nach Informationen aus der Bank gibt es aber neben der HVB noch keinen strategischen Investor. In Frage kommen große Versicherungskonzerne, regionale Banken oder Finanzinvestoren.

Bubs Geschäftsfeld gilt als hoch profitabel mit einem erwarteten Nettogewinn vor Steuern von 75 Mill. Dollar bei Bruttoeinnahmen von 125 Mill. Dollar im ersten vollen Geschäftsjahr 2004. Mit der Kapitalausstattung wird ein Rating des Unternehmens von AA angestrebt. Dies ist unbedingt notwendig um bei der Übernahme und Bearbeitung von Kreditrisiken zum Zuge zu kommen. Das neue Geschäftsmodell müssen noch die Aufsichtsbehörden genehmigen und auch das Rating von den Agenturen ist noch nicht erteilt, hieß es.

Das Projekt Grand Central Re ist Teil der für 2003 beschlossenen Sanierung der HVB-Group, die sich künftig auf das Privatkundengeschäft in Deutschland, Österreich und Osteuropa beschränken will. Ziel der Sanierung ist die Stärkung der schwachen Kernkapitalquote. Sie war Hauptgrund für die Herabstufung der Bank durch die Ratingagenturen , wodurch die Refinanzierung immer teurer wurde. 50 % des Geschäfts von Grand Central soll noch von der HVB kommen. Erhält die Grand Central das höhere Rating wird für die HVB die Sanierung des Kreditportfolio billiger.

Die Gründung von Rückversicherern auf den Bermudas ist in der Branche in einer Aufwärtsphase durchaus lukrativ und häufig. Die Schaden-Kosten-Quote liegt bei den exotischen Neugründungen deutlich unter den für traditionelle Rückversicherer üblichen Werte über 90 %. Auch die Hannover Rück hat dort eine Tochter. "Das Risiko ist, wenn der Markt kippt", sagt Analyst Dierk Schaffer von der WestLB. Denn die kleinen Unternehmen würden häufig nicht über das Know-how der Rückversicherer verfügen, diese Scheitelpunkte zu erkennen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%