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HVB hinkt beim Gewinn hinter der Konkurrenz her

(dpa-AFX) München - Im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz verdienen alle deutschen Großbanken recht wenig Geld. Zwar haben die Institute die schlimmste Branchenkrise seit Jahrzehnten mittlerweile hinter sich und schreiben wieder schwarze Zahlen. "Von den Gewinnen internationaler Bankkonzerne können die deutschen Banken aber weiterhin nur träumen", sagt ein Münchner Finanzexperte. Die Hypovereinsbank (HVB) < HVM.ETR > berichtete am Donnerstag zwar von einer Verdreifachung ihres Gewinns im Vergleich zum ersten Quartal. Damit hinkt das zweitgrößte private Kreditinstitut in Deutschland aber noch inländischen Konkurrenten wie der Deutschen Bank < DBK.ETR > oder der kleineren Commerzbank < CBK.ETR > in Sachen Ertragskraft hinterher.

(dpa-AFX) München - Im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz verdienen alle deutschen Großbanken recht wenig Geld. Zwar haben die Institute die schlimmste Branchenkrise seit Jahrzehnten mittlerweile hinter sich und schreiben wieder schwarze Zahlen. "Von den Gewinnen internationaler Bankkonzerne können die deutschen Banken aber weiterhin nur träumen", sagt ein Münchner Finanzexperte. Die Hypovereinsbank (HVB) < HVM.ETR > berichtete am Donnerstag zwar von einer Verdreifachung ihres Gewinns im Vergleich zum ersten Quartal. Damit hinkt das zweitgrößte private Kreditinstitut in Deutschland aber noch inländischen Konkurrenten wie der Deutschen Bank < DBK.ETR > oder der kleineren Commerzbank < CBK.ETR > in Sachen Ertragskraft hinterher.

Die Hypovereinsbank verdiente im zweiten Quartal unter dem Strich 155 Millionen Euro. Nach Milliardenverlusten im vergangenen Jahr und nur 53 Millionen Euro im ersten Quartal konnte HVB-Chef Dieter Rampl so zwar stolze Steigerungsraten vorweisen und verkünden: "Wir sind auf dem richtigen Weg." Allerdings profitierte die Bank vom Verkauf von Anteilen an E.ON und Brau und Brunnen. Zudem geht die HVB inzwischen davon aus, die oberen Bandbreiten ihrer Jahresziele nicht mehr zu erreichen. Die Börse reagierte am Donnerstag trotzdem mit Kursgewinnen. Die Erwartungen seien sehr niedrig gewesen, begründeten die Experten von UBS dieses Phänomen.

Am ertragsstärksten war auch im zweiten Quartal der Branchenprimus Deutsche Bank, das einzige Kreditinstitut, das halbwegs in Reichweite international üblicher Renditen ist. Die Deutsche Bank verdiente im zweiten Quartal 665 Millionen Euro, mehr als viermal so viel wie die HVB. Dennoch enttäuschte auch die Deutsche Bank die Märkte, schließlich lag der Netto-Gewinn deutlich unter dem Wert des ersten Quartals von 941 Millionen Euro. Zudem kann die Deutsche Bank für die Hypovereinsbank nach Einschätzung von Rampl ohnehin nicht das Vorbild sein. "Für mehr als eine globale Investmentbank ist in Deutschland kein Platz."

Die HVB will daher wie die Commerzbank, die im zweiten Quartal 248 Millionen Euro verdiente, weiterhin einen starken Fokus auf das Firmen- und Privatkundengeschäft legen. Hohe Margen sind hier aber nur schwer zu verdienen. Denn verantwortlich für die Ertragsschwäche der deutschen Banken ist vor allem das Drei-Säulen-System. Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind unumstrittene Marktführer im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft, für die privaten Kreditinstitute bleibt nur ein kleiner Teil des Kuchens übrig. "Für die Kunden hat der stärkere Wettbewerb aber auch Vorteile", betont Jens Kleine, Professor für Finanzdienstleistungen an der Steinbeis- Hochschule in Berlin. Während die Anteilseigner der Banken die Konkurrenz in Form von niedrigen Margen zu spüren bekommen, können sich die Kunden über vergleichsweise moderate Gebühren freuen.

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