HVB weiter im Minus
Dax schließt erfreulich fest

Stark steigende Aktien der Technologiefirmen haben dem Deutschen Aktienindex am Donnerstag Gewinne beschert. Gegen den positiven Trend setzten jedoch Hypo-Vereinsbank-Aktien ihre Talfahrt des Vortages fort.

Reuters FRANKFURT. Kräftige Kursgewinne bei den Technologiewerten haben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Donnerstag ein ordentliches Plus beschert. Die Aktien der HypoVereinsbank (HVB) setzten jedoch ihre Talfahrt des Vortages fort.

Trotz der kräftigen Erholung blieben viele Börsianer skeptisch: "Unser Problem ist, dass die Konjunktur nicht anspringt, wie man das in einer solchen Situation eigentlich erwarten sollte", brachte der Analyst Giuseppe Amato von Lang & Schwarz die Sorgen der Börsianer auf den Punkt. Er sei eher pessimistisch, da der langfristige Abwärtstrend des Dax noch intakt sei.

Im MDax legten die Titel der Deutschen Börse kräftig zu, nachdem die Deutsche Bank den Verkauf ihrer Anteile an dem Unternehmen bekannt gegeben hatte.

Deutsche Indizes im grünen Bereich

Der Dax schloss am Donnerstag 2,5 Prozent höher bei 3 090,01 Zählern, während der Nebenwerte-Index MDax 1,6 Prozent auf 3045,98 Punkte gewann. Am Neuen Markt stieg derweil der Auswahlindex Nemax50 um 0,3 Prozent auf 420,64 Zähler. An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,7 Prozent im Minus bei 7 434 Stellen, während der Nasdaq-Index um 0,2 Prozent auf 1317 Punkte sank

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Börsianer geben noch keine Entwarnung

Die Dax-Verluste der vergangenen Tage seien eine Korrektur des Kursanstiegs von rund 600 Punkten in den vorangegangenen beiden Wochen, sagte ein Händler. Die Erholung sei zu schnell erfolgt. Die Tatsache, dass die Kurse weiterhin so stark schwankten, deute auf das Risiko eines erneuten Kursrutsches hin. Der VDax, der über die erwartete Schwankungsbreite des Börsenbarometers Auskunft gibt, lag trotz eines Rückgangs von knapp drei Prozent immer noch auf dem hohen Niveau unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Technologiewerte stark gefragt

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von SAP , die sich um 7,2 Prozent auf 74,60 Euro verteuerten. Auch die Titel von Infineon, Epcos und dem Börsenschwergewicht Siemens verbuchten ein kräftiges Plus zwischen 4 und 10 Prozent. Die deutschen Technologiewerte profiterten Händlern zufolge hauptsächlich von der späten Kursrally der Nasdaq vom Vorabend.

Unterdessen stiegen die Anteilsscheine der Deutschen Telekom um gut 4,4 Prozent auf 10,86 Euro. Börsianer konnten keine konkreten Gründe für das kräftige Plus ausmachen. Sie verwiesen darauf, dass die T-Aktie bereits am Vortag gegen den Trend leicht zugelegt hatte. "Wer sich in einem schwachen Markt hält, liegt bei einer Erholung vorn. Dies ist eine alte Regel", sagte ein Händler. Die Aktien der Telekom-Konkurrenten waren ebenfalls sehr gefragt. Der europäische Subindex gewann 5,4 Prozent.

Hypo-Vereinsbank rutscht weiter in den Keller

Die Papiere der HVB verloren 1,9 Prozent auf 13,94 Euro, nachdem sie bereits am Vortag in Reaktion auf deutlich schlechter als erwartet ausgefallene Quartalszahlen um knapp 14 Prozent eingebrochen waren. Marktteilnehmer führten die erneuten Kursverluste auf eine Reihe negativer Analystenkommentare zurück. "Die hohe Risikovorsorge ist wie bei den anderen Banken auch das Problem", sagte der Banken-Analyst Michael Seufert von der NordLB. Er sehe in dem HVB-Kerngeschäft Immobilien und Hypotheken für die kommenden Monate keine Besserung.

Deutsche Bank verkauft Deutsche Börse

Im MDax stiegen die Titel der Deutschen Börse um 6,2 Prozent auf 37 Euro. Der Index-Experte Stephan Appelhans von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte, durch den steigenden Streubesitz stiegen die Chancen der Börse für ein Aufrücken in den Dax. Die Deutsche Bank hat ihren Anteil von insgesamt 9,3 Prozent eigenen Angaben zufolge weltweit bei institutionellen Anlegern platziert.

Am Neuen Markt brachen derweil die Papiere von SCM Microsystems um 12,3 Prozent auf 7,95 Euro ein. Das Unternehmen hatte mit seinen Geschäftszahlen zum dritten Quartal die eigenen Prognosen verfehlt und gleichzeitig die Vorhersagen für das Gesamtjahr gesenkt.

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