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HVB will Teil des Firmenkundenportfolios der ING BHF-Bank übernehmen

Die Hypovereinsbank (HVB) will einen Teil des Firmenkundenportfolios der ING BHF-Bank übernehmen. Mit der geplanten Übernahme erhalte die HVB Zugang zu rund 1 400 neuen Firmenkunden.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Hypovereinsbank (HVB) will einen Teil des Firmenkundenportfolios der ING BHF-Bank übernehmen. Mit der geplanten Übernahme erhalte die HVB Zugang zu rund 1 400 neuen Firmenkunden. Das Kreditvolumen belaufe sich auf rund zwei Mrd. Euro, teilte die HVB am Donnerstag in München mit. Die Transaktion solle spätestens in der ersten Jahreshälfte 2005 vollständig abgeschlossen sein. Beide Parteien haben hierzu ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Kurs der HVB-Aktie legte am Donnerstag bis Mittag etwas stärker zu als der Gesamtmarkt.

Das Kreditportfolio sei sorgfältig überprüft worden. "Es zeichnet sich durch eine gute Rating-Struktur aus und beinhaltet keine Problemengagements", hieß es. "Die Übernahme des Portfolios der ING BHF-Bank eröffnet uns eine exzellente Möglichkeit, Neukunden in verschiedenen Branchen zu gewinnen und unseren Marktanteil in einigen Bundesländern zu steigern. Sie zeigt damit auch unser klares Bekenntnis zum deutschen Mittelstand", sagte Michael Mendel, der im Konzern-Vorstand der HVB Group das Geschäftsfeld Deutschland leitet. "Der Großteil der Kunden hat seinen Sitz in den wirtschaftlich sehr attraktiven Regionen Nordrhein-Westfalen, Rhein-Main-Gebiet und Berlin."

Analysten Begrüssen Schritt - Kein Grosser Kurseinfluss Erwartet

Analysten und Händler bewerteten den Schritt positiv, sehen aber keinen großen Einfluss auf den Aktienkurs. Ein Analyst sagte: "Das ist eine Ausdehnung des Geschäftsvolumens und damit eine an sich gute Maßnahme. Offen bleibt die Frage, welcher Preis gezahlt wird." Große Auswirkungen auf den Aktienkurs seien aber nicht zu erwarten, da das Kreditvolumen nicht allzu sehr ins Gewicht falle. Eine Händlerin sieht in dem Schritt durchaus eine "gute Maßnahme". Das Portfolio der ING BHF verfüge über eine gute Diversifizierung und Ratings. Deshalb dürften sich beide Seiten auf einen fairen Preis geeinigt haben. "Ich denke nicht, dass die HVB zu viel zahlt." Auch sie rechnete nicht mit großen Kursbewegungen. Die Aktie gewann am Donnerstag bis 11.30 Uhr um 1,3 Prozent, während der Dax 1,00 Prozent auf 3 968,18 Punkte zulegte.

Die BHF gehört noch zur niederländischen ING Groep , soll aber - wie Ende September angekündigt - von der Privatbank Sal. Oppenheim übernommen werden. Sal. Oppenheim will die BHF als eigenständige Beratungs- und Handelsbank mit den Schwerpunkten Asset Management, Privatkundengeschäft und Finanzmärkte führen. Zuvor war die Commerzbank an einer Übernahme der BHF interessiert, diese jedoch Anfang August abgeblasen. Branchenkreisen zufolge war der Widerstand bei den Mitarbeitern der BHF Bank gegen eine Übernahme durch eine Großbank zu hoch.

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