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Hypo Real Estate Bank verkauft deutsche Problemkredite

Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Bank AG hat durch den Verkauf eines Kreditpakets die Sanierung seines schwierigen Deutschlandgeschäfts früher als geplant beendet. Das Neugeschäft in Deutschland werde daher wieder aufgenommen, teilte die im MDax notierte Hypo Real Estate Group am Donnerstag in München mit.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Bank AG hat durch den Verkauf eines Kreditpakets die Sanierung seines schwierigen Deutschlandgeschäfts früher als geplant beendet. Das Neugeschäft in Deutschland werde daher wieder aufgenommen, teilte die im MDax notierte Hypo Real Estate Group am Donnerstag in München mit.

Der zur Hypo Real Estate Group gehörende Immobilienfinanzierer hat ein deutsches Portfolio aus 4 200 problematischen Immobilien-Krediten im Gesamtvolumen von rund 3,6 Mrd. ? an die US-Investmentgesellschaft Lone Star verkauft. Über die Verkaufskonditionen sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Analysten werteten den Verkauf als positiv. Die Aktie der Hypo Real Estate kletterte kurz nach Börseneröffnung um 3,61 % auf 27 ?.

Das Portfolio besteht den Angaben zufolge aus 660 Mill. so genannten "gesunden" Finanzierungen, die zwar ordnungsgemäß bedient worden seien, die aber zu einem großen Teil unter Beobachtung stünden ("Watchlist"). Zudem umfasse es 460 Mill. ? problembehaftete Kredite (sub-performing loans) und 2,48 Mrd. ? leistungsgestörte Finanzierungen (non-performing loans). Für den Verkauf werde das Kreditportfolio auf eine neue Gesellschaft ausgegliedert, deren Gesellschafteranteile von dem US-Investor übernommen werden.

Reduzierung Problematischer Kredite

Durch den Verkauf kann die Hypo Real Estate Deutschland, die zur Jahreshälfte noch rote Zahlen schrieb, die leistungsgestörten Finanzierungen von rund 3,32 Mrd. ? (inklusive Zinsen und Kosten) um 75 % auf etwa 0,84 Mrd. ? (davon 0,11 Mrd. ? Zinsen und Kosten) reduzieren.

Wie das Institut weiter mitteilte, habe der Verkauf keine Auswirkungen auf das Ergebnisziel des Hypo-Real-Estate-Konzerns in diesem Jahr. Die Gruppe peilt für das Jahr 2004 einen Vorsteuergewinn von 205 Mill. bis 225 Mill. ? an. Sollte das Jahr weiter "planmäßig" verlaufen, will der Konzern seinen Aktionären "schon für dieses Jahr" eine Dividende zahlen. Die Hypo Real Estate wurde im vergangenen Jahr von der Hypovereinsbank (HVB) abgespalten und erstmals Anfang Oktober im MDax notiert.

Prognose FÜR Deutschlandgeschäft Gesenkt

Durch den Verkauf des Immobilienportfolios dürfte sich nach Angaben des Vorstandes die Profitabilität des Geschäftsfeldes Hypo Real Estate Deutschland als auch des Gesamtkonzerns im nächsten Jahr deutlich verbessern. Für das Deutschlandgeschäft im laufenden Jahr hingegen senkte der Konzern die Prognose. Da wegen "Größe und Komplexität des Verkaufs" ein zusätzlicher Aufwand von bis zu 20 Mill. ? erforderlich sein könnte, werde nunmehr für diesen Bereich mit einem Ergebnis vor Steuern von 0 bis minus 20 Mill. ? statt wie bisher mit 0 bis minus fünf Mill. ? gerechnet.

Der Vorstand rechnet zudem damit, dass der Konzern seine Kapitalkosten, die durch den Portfolioverkauf auf 7,5 bis 8 % (nach Steuern) gesunken sind, bereits im Jahr 2005 decken kann und im Jahr 2007 eine Eigenkapitalrendite nach Steuern zwischen zehn und 11 % erreichen wird.

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