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Hypo Real Estate bestätigt Prognose trotz langsamerem Gewinnwachstum

Der Verkauf eines Paketes fauler Kredite hat das Gewinnwachstum des neuen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate etwas gebremst. Für das laufende Jahr bestätigte die Bank ihre Prognosen für den Gewinn und Kapitalrendite.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Verkauf eines Paketes fauler Kredite hat das Gewinnwachstum des neuen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate etwas gebremst. Für das laufende Jahr bestätigte die Bank ihre Prognosen für den Gewinn und Kapitalrendite. "Für das Gesamtjahr 2004 rechnet der Vorstand unverändert mit dem Anstieg des Konzernergebnisses vor Steuern auf eine Spanne von 205 und 225 Mill. Euro", teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Die im MDax notierte Aktie legte am Mittwoch bis zum frühen Nachmittag um 1,22 Prozent auf 29,05 Euro zu.

Die Veräußerung des milliardenschweren Immobilienportfolios vor einigen Wochen habe für die Bank aber eine neue Zeitrechnung eingeläutet, sagte Vorstandschef Georg Funke am Mittwoch in München. "Sie führt dazu, dass wir unsere Renditeziele deutlich schneller erreichen können als wir beim Start der Hypo Real Estate Group vor einem Jahr geplant haben." Zunächst drückte der Verkauf allerdings das Ergebnis. Etwa die Hälfte der aus der Transaktion resultierenden Belastungen von bis zu 20 Mill. Euro wurde im dritten Quartal verbucht.

Restrukturierung Deutschland-Geschäft Abgeschlossen

Als Folge stieg der Gewinn vor Steuern im dritten Quartal nur leicht von vergleichbar 39 auf 41 Mill. Euro. In der ersten Jahreshälfte war der Gewinn deutlich schneller gestiegen. Die Hypo Real Estate ist im vergangenen Jahr als Abspaltung der Hypovereinsbank (HVB) an den Start gegangen. Als Altlasten musste sie vor allem in Deutschland problematische Altkredite mitschleppen. Mitte September verkaufte der Konzern ein Portfolio aus 4 200 Immobilien-Darlehen mit einem Gesamtvolumen von 3,6 Mrd. Euro an die US-Investmentgesellschaft Lone Star. Im Oktober hatte sich die Immobilienbank von weiteren Krediten in Höhe von 394 Mill. Euro getrennt. Damit sei die Restrukturierung des Deutschland-Geschäfts abgeschlossen, bekräftigte Funke.

Beim Gewinn profitiert die Hypo Real Estate noch von der Unterstützung der Hypovereinsbank . In den ersten neun Monaten konnte die Hypo Real Estate aber nur noch einen Risikoschirm von 97,5 Mill. Euro nutzen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 345 Mill. Euro. Als Folge stieg die Netto-Risikovorsorge von 189 auf 221 Mill. Euro. Der Verwaltungsaufwand stieg um 17 Prozent auf 229 Mill. Euro, nach Angaben des Konzerns eine Folge des Ausbaus des Auslandsgeschäfts.

Positives Analystenecho

Bei den einzelnen Segmenten blieb das Deutschlandgeschäft vor allem wegen des Verkaufs von Problemkrediten in Milliardenhöhe in den roten Zahlen. Der Vorsteuerverlust habe elf Mill. Euro nach zehn Mill. Euro betragen. Der Vorsteuergewinn im Geschäftsfeld Hypo Real Estate International sei dagegen vor allem wegen Zukäufen in den USA um 112 Prozent auf 138 Mill. Euro gestiegen. Der Bereich Württembergische Hypothekenbank habe den Gewinn vor Steuern in den ersten neun Monaten bei einer "gewohnt soliden operativen Entwicklung" von 41 Mill. Euro im zeitanteiligen Vorjahr um zwölf Prozent auf 46 Mill. Euro erhöhen.

Die meisten Analysten sahen sich nach den Zahlen größtenteils in ihrer optimistischen Einschätzung bestätigt. Positiv sei die Entwicklung im Neugeschäft, sagte Metehan Sen von Sal. Oppenheim. Der Analyst wird nach den Zahlen wohl den fairen Wert für die Aktie des Immobilienfinanzierers von derzeit 30 Euro wahrscheinlich erhöhen. Sen: "Wir sehen die Aktien Hypo Real Estate weiter besser als diejenigen des Konkurrenten Aareal Bank ". Seine Empfehlung lautet "Buy". Die US-Investmentbank Merrill Lynch bestätigte in einer ersten Reaktion ebenso ihre Kaufempfehlung wie die Münchener Privatbank Merck Finck.

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