Hypo und Daimler im Plus
Dax schließt behauptet

Trotz deutlicher Kursgewinne einiger Index-Schwergewichte hat der Dax am Mittwoch nur geringfügig zugelegt. Die Stimmung bleibe auf Grund anhaltender Sorgen um mutmaßlich unsaubere Bilanzierungspraktiken von US-Unternehmen unverändert düster, sagten Händler.

rtr FRANKFURT/M. Der Dax sei wieder einmal den US-Börsen auf dem Fuße gefolgt, hieß es weiter. Die Titel der Hypo-Vereinsbank und von Daimler-Chrysler legten nach der Vorlage von Geschäftsergebnissen kräftig zu. Die Aktien von Volkswagen bauten indes ihre Verluste deutlich aus, nachdem der Autobauer eine Fertigungspause bekannt gegeben hatte.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Mittwoch 0,34 % fester bei 4 780,24 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 um 0,24 % auf 945,60 Punkte sank. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,74 % im Plus bei 4 322,28 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 0,86 % auf 3 427,57 Zähler nach. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,64 % höher bei 9 807 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 0,49 % auf 1 742 Punkte nachgab.

Die Aktienmärkte seien immer noch angeschlagen, sagte ein Börsianer. Sie litten unter "Enronitis", fügte er mit Blick auf den Skandal um den insolventen Energiehändler Enron hinzu. Sorgen um ähnliche, mutmaßlich unsaubere Bilanzierungspraktiken bei anderen US-Unternehmen und um die hohen Schulden der Telekom-Konzerne hatten bereits in den vergangenen Wochen die Kurse stark belastet.

Die Geschäftsergebnisse der Hypo-Vereinsbank waren Händlern zufolge teilweise erfreulich. Zwar hatte das Institut 2001 wegen einer erhöhten Risikovorsorge einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen, aber die Zahlen lagen am oberen Rand beziehungsweise teils über den Erwartungen des Marktes. Die Aktien verteuerten sich daraufhin um 3,95 % auf 33,65 ?.

Die Titel von Daimler-Chrysler legten um 2,38 % auf 41,72 ? zu, obwohl Marktteilnehmer die Ergebnisse weniger positiv beurteilten. "Die Zahlen sind nicht prickelnd", sagte ein Händler. Das Unternehmen hatte seine vor zwei Wochen nach unten korrigierte Prognose bekräftigt, wonach der operative Gewinn 2002 das Doppelte des Vorjahreswertes von 1,3 Mrd. ? "sehr deutlich" übertreffen werde. Ursprünglich hatte Daimler-Chrysler für 2002 noch ein operatives Ergebnis von 5,5 bis 6,5 Mrd. ? vorhergesagt. Den Kurszuwachs der Daimler-Chrysler-Aktie führten Händler auch auf Shorteindeckungen von institutionellen Anlegern zurück.

Die Aktien von VW schlossen 0,45 % schwächer bei 50,47 ?, konnten sich gegen Handelsschluss jedoch von ihren vorangegangenen Tiefständen erholen. Zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, wegen der schwachen Konjunktur die Fertigung in mehreren europäischen Werken während der Osterferien zu unterbrechen. Dadurch werde die Produktion um rund 15 000 Einheiten reduziert.

Auf der Verliererseite standen außerdem MLP, deren Aktien ihre Talfahrt der vergangenen Tage fortsetzten und um 0,37 % auf 60,35 ? fielen. Die Aktie sei dennoch immer noch relativ teuer, sagten Händler. Bei Fresenius Medical Care (FMC) belasteten erneut die Unsicherheiten um die Geschäftsaussichten und den Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, hieß es. Die Aktie gab um 2,21 % auf 57,06 ? nach.

Im MDax schlossen die Aktien von Hugo Boss nur noch 0,8 % leichter bei 24,80 ?, nachdem sie zuvor bis zu 5,6 % verloren hatte. Am Nachmittag hatte der Modekonzern für 2001 einen Gewinnanstieg um acht Prozent auf 107 Mill. ? bekannt gegeben. Am Neuen Markt blieben die Aktien Comroad bis zum Handelsende ausgesetzt, nachdem sie zuvor bereits um mehr als 25 % eingebrochen waren. Die Deutsche Börse wollte eigenen Angaben zufolge die Ergebnisse eines Gesprächs der Comroad-Führung mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG abwarten. Diese lagen bis zum Handelsschluss nicht vor. Der Anlass des Gesprächs war die vorangegangene Kündigung des Mandats durch die KPMG.

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