Hypo-Vereinsbank: Bilanzpressekonferenz am 27. März: Markt erwartet HVB-Kapitalerhöhung

Hypo-Vereinsbank: Bilanzpressekonferenz am 27. März
Markt erwartet HVB-Kapitalerhöhung

Die Hypo-Vereinsbank muss schnell festlegen, wie sie ihre Kapitalbasis stärken und die Ertragsprobleme überwinden will. Bereits auf der Bilanzpressekonferenz am 27. März wolle Vorstandschef Dieter Rampl neue strategische Schritte vorstellen, hieß es in Bankenkreisen. Dann solle auch klar sein, über welche Maßnahmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung im Mai abstimmen werden. Analysten und Fondsmanager gehen davon aus, dass die Bank um eine Kapitalerhöhung nicht herumkommen wird.

cbu/mm MÜNCHEN/FRANKFURT/M. In der vergangenen Woche hatte das Handelsblatt berichtet, dass die HVB an den Plänen für eine so genannte Pflichtwandelanleihe in Milliardenhöhe zur Stärkung der Kapitalbasis arbeitet. Der Aktienkurs der Bank brach darauf hin um bis zu 15 % ein. Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht stärkten der HVB den Rücken, und versicherten, aus aufsichtsrechtlicher Sicht gebe es keinen Bedarf für eine Kapitalerhöhung. Vorstandschef Rampl sagte, die Bank prüfe derzeit alle Optionen zur Verbesserung der Kernkapitalquote. Am Freitag erholte sich die HVB-Aktie um gut 4 %.

Nach Einschätzung von Olaf Conrad, Fondsmanager bei HSBC Trinkaus, benötigt die HVB vor allem für die geplante Ausgliederung des gewerblichen Immobiliengeschäft frisches Kapital. "Ich sehe keine Alternative zu einer Anleihe, um die Ausgliederung zu finanzieren", betont Conrad. Auch andere Experten, etwa die Analysten von Bear Stearns, halten eine Pflichtwandelanleihe für ein geeignetes Instrument in schwierigen Zeiten. Allerdings hätte die Emission wohl einen hohes Preis. Die Investoren müssten durch attraktive Konditionen für die spätere Zuteilung einer derzeit wenig Erfolg versprechenden HVB-Aktie entschädigt werden. "Die HVB muss dringend etwas tun, um den Teufelskreislauf zu durchbrechen", meint auch Konrad Becker von Merck Finck. Eine Kernkapitalquote von 7%, wie von Rampl angestrebt, könne nicht nur durch den geplanten Verkauf von Beteiligungen erreicht werden. Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz befürchtet sogar, dass die Verkäufe angesichts der schwierigen Marktsituation ganz scheitern könnten. Zum Verkauf stehen unter anderem die Nürnberger Norisbank und die Hamburger Vereins und Westbank. - Derzeit liegt die Kernkapitalquote der HVB bei 5,6 %.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Woche hat sich bei einigen Experten die Verunsicherung über den strategischen Kurs der HVB verstärkt. "Es gibt sehr viel Unsicherheit im Markt, was die Kapitalbasis, die Qualität der Beteiligungen und weitere Abschreibungen angeht", sagt Dirk Bartsch Fondsmanager der Investmentgesellschaft DIT. Die Aussage Rampls, die HVB prüfe "alle Optionen" zur Erhöhung der Kernkapitalquote stehe im Widerspruch zur früheren Aussage, eine Kapitalmaßnahme komme nicht in Frage, moniert Analyst Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin. Durch Rampls Äußerungen erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung.

Die internationalen Ratingagenturen, die die Bonität von Banken und Unternehmen prüfen, hielten sich vor dem Wochenende mit Kommentaren zur aktuellen Entwicklung zurück. Es gelte nur die generelle Aussage, dass eine gestärkte Eigenkapitalbasis und eine verbesserte Profitabilität grundsätzlich positiv seien, hieß es.

Die Agenturen Standard & Poor's, Fitch und Moody's beobachten die Entwicklung der HVB derzeit sehr genau. Das Rating der Münchner Bank war im vergangenen Jahr bereits gesenkt worden. Eine weitere Herabstufung würde die Refinanzierung und damit die Ertragschancen des Konzerns verschlechtern.

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