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Hypo-Vereinsbank fusioniert Maffei und Bethmann

Die beiden Traditionsinstitute Bankhaus Maffei & Co. und Bethmann Bank gehen zusammen. Wie der zuständige Konzernvorstand der Hypo-Vereinsbank (HVB), Stefan Jentzsch, gestern in München sagte, soll die Fusion bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

cbu MÜNCHEN. Ein Personalabbau sei nicht ausgeschlossen, Standorte sollen zusammen gelegt werden.

Beide Bankhäuser befinden sich seit langem in Besitz der HVB. Unter welchem Namen das neue Institut, das sich auf vermögende Privatkunden spezialisieren wird, am Markt auftreten wird, sei noch nicht entschieden, teilte Jentzsch weiter mit. Die beiden Marken sollen aber erhalten bleiben. Die Bethmann Bank mit Sitz in Frankfurt war zuletzt in den roten Zahlen. Ein Großteil der Privatkunden musste das Bankhaus bereits an das Privatkundengeschäft der HVB abgeben. Maffei mit Sitz in München erwirtschaftete in der Vergangenheit dagegen Renditen von 15 bis 25 Prozent.

Durch die Fusion will die HVB Kosten sparen. Bei den Kunden gebe es so gut wie keine Überschneidungen, sagte Jentzsch. Eine Zusammenlegung mit den übrigen Privatbanken im Konzern, vor allem der SKW Schoellerbank in Österreich und der Bank von Ernst in der Schweiz, sei derzeit nicht geplant.

Die Fusion ist Teil der Neuaufstellung des Bereichs Vermögensmanagement für vermögende Kunden, der bei der HVB jetzt unter dem Titel "Wealth Management" läuft. Jentzsch kündigte an, dass der Konzern das Geschäftsvolumen sowie die Gewinne bis zum Jahr 2004 verdoppeln will. Derzeit werden in diesem Segment rund 80 000 Kunden betreut, die insgesamt rund 50 Mrd. Euro angelegt haben. Dies soll bis 2004 auf 100 bis 150 Mill. Euro gesteigert werden. Auch das Volumen in Publikums- und Spezialfonds, das derzeit bei 50 Mrd. Euro liegt, soll auf rund 100 Mrd. Euro so gut wie verdoppelt werden.

"Wir wollen zu denen gehören, die diesen Markt gestalten, und nicht nur reagieren", betonte Jentzsch. Auf eine Abgrenzung zwischen vermögenden Privatkunden und solchen im allgemeinen Privatkundengeschäft der Bank wollte sich der Vorstand nicht einlassen. "Der Kunde wählt frei. Es gibt keine Differenzierung", sagte Jentzsch. Allerdings seien die Preise im Wealth Management deutlich höher.

Akquisitionen seien nicht geplant. "Wir wollen das Geschäft in erster Linie organisch ausbauen", meinte Jentzsch. Auch die Münchener Rück, mit der die HVB eine Allfinanzehe eingegangen ist, werde in der Vermögensverwaltung weiter eigene Wege gehen. Der Versicherer ist mit dem Asset-Manager Meag am Markt, verwaltete aber in erster Linie die Vermögensanlagen der konzerneigenen Versicherer.

Quelle: Handelsblatt

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