Hypo-Vereinsbank greift durch
DAB Bank-Chef Kröner geht

Der Vorstandssprecher der Direktbank DAB, Matthias Kröner, ist wie erwartet von seinem Posten zurückgetreten. Analysten sagten, nun sei es an der DAB-Muttergesellschaft Hypovereinsbank, eine neue Strategie für ihre verlustreiche Beteiligung festzulegen.

Reuters MÜNCHEN. Bankenkreisen zufolge wurde Kröner von der Muttergesellschaft vorgeworfen, er habe seine Ertragsziele bei dem Verlust schreibenden Onlinebroker nicht erreicht. Kröner selbst sagte am Montag, er wolle sich nach fast zehn Jahren bei der Bank neuen Aufgaben widmen. Die wichtigsten Maßnahmen bei der DAB Bank seien weitestgehend umgesetzt und würden erfolgreich sein, erklärte er in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur Reuters. "Meiner Einschätzung nach haben wir die schwersten Zeiten schon hinter uns", sagte Kröner.

Er ergänzte, er habe keine Differenzen mit dem Aufsichtsrat und seinem Vorsitzenden gehabt. Das Verhältnis zur Hypovereinsbank und deren Vorstandschef Albrecht Schmidt sei nicht schlecht gewesen, sondern "ganz normal und schlicht professionell". Um die strategische Ausrichtung der Bank habe es Diskussionen gegeben, sagte er weiter. "Letzten Endes muss aber der Hauptaktionär eine Entscheidung treffen".

Seit längerem wird spekuliert, die erfolglose DAB Bank könne in die HVB eingegliedert oder mit der Commerzbank-Tochter Comdirect fusioniert werden. Dazu sagte Kröner, die Integration der DAB in die HVB sei nach wie vor eine vorstellbare Variante. Die Entscheidung liege aber bei der HVB. Von Verhandlungen zwischen der HVB und der Commerzbank wisse er nichts.

Ein Sprecher der DAB Bank sagte, es werde bei der Führung des Instituts einen nahtlosen Übergang geben. Kröners Aufgaben würden auf die drei verbliebenen Vorstandsmitglieder verteilt, ein neues Vorstandsmitglied werde nicht berufen. Kröners Weggang von der Onlinebank war seit Wochen erwartet worden. Mitte Oktober hatte es in Bankenkreisen geheißen, Kröner müsse gehen. Er habe klare Ziele gehabt und diese verfehlt.

Die im Auswahlindex Nemax-50 notierte DAB-Aktie stieg bis zum Montagmittag in einem freundlichen Marktumfeld 2,56 Prozent auf 3,61 Euro. Analyst Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin sagte, Kröners Weggang sei abzusehen gewesen. Seine Strategie habe auf einer unabhängigen DAB beruht, und das sei offenbar nicht mit den Plänen des designierten HVB-Chefs Dieter Rampl vereinbar gewesen. Nun müsse die Hypovereinsbank festlegen, wie sie mit der Verlust bringenden Beteiligung verfahren wolle.

Thomas Rothäusler von der Privatbank Sal. Oppenheim sagte, nach den Gerüchten der vergangenen Wochen sei der Rücktritt Kröners keine Überraschung für die Märkte. "Das untermauert die Aussagen von Rampl, dass bis Ende des Jahres bei der DAB was passieren wird."

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