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Hypo-Vereinsbank verkauft West-Hyp doch nicht

Die Hypo-Vereinsbank AG (HVB) wird ihren Dortmunder Immobilienfinanzierer Westfälische Hypothekenbank (West-Hyp) nun doch behalten und nicht an WGZ-Bank und Signal Iduna verkaufen.

rtr MÜNCHEN. Die Verkaufsverhandlungen seien abgebrochen worden, teilte die HVB am Montag in München mit und bestätigte damit Informationen aus Unternehmenskreisen. Die im März vereinbarten Bedingungen seien nicht zu realisieren gewesen, begründete die zweitgrößte Bank in Deutschland ihren Rückzieher. Die West-Hyp wird nun zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich doch Teil der HVB Real Estate Bank, in der die HVB ihre drei Immobilienfinanzierungs-Töchter in Bayern zusammengefasst hat.

Die Hypo-Vereinsbank wollte nach früheren Angaben mit dem Erlös aus dem Verkauf der West-Hyp die Kosten von 180 Mill. ? zum Umbau des Immobilienfinanzierungs-Geschäfts abdecken. Ein HVB-Sprecher sagte am Montag, an den Schätzungen für Gewinn oder Kosten ändere diese Entscheidung nichts. In Bankenkreisen hieß es, die HVB habe die Notbremse gezogen, nachdem es bei WGZ und Signal Iduna zu einem internen Streit über die Übernahme und um die Zukunft der West-Hyp gekommen sei. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut habe immer neue Forderungen gestellt und damit den ganzen Vertrag in Frage gestellt, hieß es in den Kreisen weiter.

Die HVB hatte Mitte März überraschend mitgeteilt, die WGZ wolle 50,1 % der West-Hyp übernehmen, 24,9 % sollten an den Versicherer Signal Iduna gehen. Über den Kaufpreis war Stillschweigen vereinbart worden. Die restlichen 25 % hält der Deutsche Herold. Ursprünglich sollte die West-Hyp Teil der HVB Real Estate Bank werden. Dagegen hatte sich jedoch Widerstand im Ruhrgebiet geregt, weil der Standort Dortmund der Konzentration der Niederlassungen in Deutschland zum Opfer gefallen wäre. Die WGZ wollte mit der Übernahme stärker in die Finanzierung von Gewerbe-Immobilien einsteigen.

Wann und wie die West-Hyp in die HVB Real Estate eingebunden wird, steht noch nicht fest. Voraussichtlich werde das Institut aber zu einem späteren Zeitpunkt integriert. "Der Fusionsprozess zwischen den drei anderen ist schon weit fortgeschritten", sagte der Sprecher. Die Hauptversammlungen von Nürnberg-Hyp, Südboden und Bayerischer Handelsbank hatten der Verschmelzung Ende Juni zugestimmt. Im nächsten Jahr soll auch der Immobilien-Bereich der Hypo-Vereinsbank selbst mit der Tochter fusioniert werden.

Im ersten Halbjahr hat die West-Hyp nach HVB-Angaben gegen den Branchentrend ihr Neugeschäft um rund 23 % auf 5,9 Mrd. ? deutlich ausgebaut. Die Bilanzsumme stieg um knapp elf Prozent auf 40,7 Mrd. ?. Zugleich erhöhte sich der Gewinn vor Steuern um knapp zwölf Prozent auf 22,2 Mill. ?. Die West-Hyp ist mit 260 Mitarbeitern in zehn großen deutschen Städten und in Amsterdam vertreten.

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