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Hypo-Vereinsbank vor Grundig-Verkauf an Kathrein

Mit den Anteilen der Hypo-Vereinsbank (37,3 %) und der Veritas, einer Beteiligungsgesellschaft der Allianz AG und der Münchener Rück, käme Kathrein auf rund 71 % an Grundig.

rtr MÜNCHEN. Der Rosenheimer Unternehmer Anton Kathrein steht offenbar kurz vor der Übernahme der Mehrheit beim traditionsreichen Nürnberger Unterhaltungselektronik Grundig AG. -Unternehmen Ein Verkauf des Hypo-Vereinsbank-Anteils an Grundig an den Hersteller von Satellitenantennen habe "die mit Abstand größte Wahrscheinlichkeit", sagte Wolf-Rüdiger Willig, Geschäftsführer der Bayerischen Elektronik-Beteiligungs- Gesellschaft mbH & Co KG (BEB), der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in München. "Die Richtung ist klar", sagte Willig. Eine Entscheidung der Gesellschafter der Auffanggesellschaft, die 1997 zur Rettung von Grundig gegründet worden war, werde in den nächsten vier Wochen fallen.

Kathrein ist bereits mit 25,39 % an Grundig beteiligt und ist auch stellvertretender Aufsichtsratschef des Konzerns. Er hatte im Juni sein Interesse an einer Aufstockung des Anteils bekundet. Mit den Anteilen der Hypo-Vereinsbank (37,3 %) und der Veritas, einer Beteiligungsgesellschaft der Allianz AG und der Münchener Rück, käme Kathrein auf rund 71 % an Grundig. Die Hypo-Vereinsbank will sich von der Industriebeteiligung trennen. Die Verträge seien aber noch nicht unterschrieben, betonten Willig und die Hypo-Vereinsbank. "Das Einigungspotenzial ist hoch", sagte der Geschäftsführer der BEB. Noch gebe es einen weiteren Interessenten für Grundig, die Verhandlungen mit Kathrein seien aber weit gediehen.

In Kreisen der Bank hieß es: "Es bewegt sich im Moment in Richtung Kathrein." Ein Sprecher der Bank wies jedoch Berichte zurück, wonach die Bank dem Verkauf an Kathrein schon zugestimmt habe: "Wir verhandeln noch." Eine Sprecherin der Kathrein-Werke KG, die Europas größter Hersteller von Satellitenantennen und-schüsseln ist, sagte, bis zur Unterschrift unter die Verträge werde es noch Wochen dauern.

Eine Grundig-Sprecherin hatte sich schon vor Wochen positiv zu einem stärkeren industriellen Engagement Kathreins geäußert. Der Betriebsrat äußerte sich jedoch skeptisch zu einem Einstieg Kathreins, der zuletzt den Abbau von 400 bis 500 Stellen im Stammwerk in Nürnberg-Langwasser gefordert hat. Der Nürnberger Traditionskonzern rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatz von rund 3 Mrd. DM, was einem Anstieg um 10 % entspräche. Der starke Dollar könnte wegen höherer Einkaufspreise das Ziel gefährden, ein positives operatives Ergebnis auszuweisen. Nach früheren Planungen soll Grundig bis 2004 an die Börse geführt werden, wenn das Unternehmen bis dahin zwei bis drei Jahre lang schwarze Zahlen geschrieben hat.

Kathrein hatte 1999 1,1 Mrd. DM umgesetzt und rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg auf 1,3 Mrd. DM. Das Unternehmen gilt als hoch profitabel.

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