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Hypo-Vereinsbank will mit neuem Vorstand Immobilienfinanzierung forcieren

Die Hypo-Vereinsbank AG plant eine neue Strategie in der Immobilienfinanzierung und hat dafür den bisherigen Chef ihrer Immobilien-Tochter Bayerische Handelsbank, Claus Nolting, in den Vorstand berufen.

rtr MÜNCHEN. Die Hypo-Vereinsbank AG plant eine neue Strategie in der Immobilienfinanzierung und hat dafür den bisherigen Chef ihrer Immobilien-Tochter Bayerische Handelsbank, Claus Nolting, in den Vorstand berufen. Nolting soll eine strategische Initiative unter dem Titel "Lead Competence Real Estate" leiten, wie die die Bank am Mittwoch in München nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Ein Sprecher der Bank sagte, Nolting werde im Frühjahr ein umsetzungsreifes Konzept vorlegen, mit dem die Bank ihre Marktführerschaft in der Immobilienfinanzierung sichern und ausbauen wolle. Zudem berief der Aufsichtsrat den Chef der Bank Austria, Gerhard Randa, in ihren Vorstand.

Vorstandschef Albrecht Schmidt werde zu der neuen Strategie im Immobilienbereich auf der Herbstpressekonferenz am Donnerstag Stellung nehmen, sagte der Sprecher. Der Mitteilung zufolge soll Nolting die Beratungsqualität, die Effizienz in der Produktion und der Abwicklung von Immobilienkrediten verbessern. Die HVB gilt als größter Immobilienfinanzierer in Europa. Allerdings ist das Neugeschäft in diesem Bereich in der gesamten Branche seit einem Jahr rückläufig. Bei der Hypo-Vereinsbank waren die Zusagen für Immobilienkredite im ersten Halbjahr 2000 um über 30 % auf 8,8 Mrd. Euro zurückgegangen. Die Anleger investierten stattdessen zunehmend in Wertpapieren, nachdem sich der Staat aus der Förderung des Wohneigentums weitgehend zurückgezogen habe, hatte die Bank diese Entwicklung begründet.

Mit der Berufung von Randa und Nolting stockt die HVB ihren auf acht Mitglieder zusammengeschrumpften Vorstand wieder auf zehn Mitglieder auf. Das Gremium, das nach der Fusion mit der Hypo-Bank zunächst aus 13 Mitgliedern bestanden hatte, war nach den Rücktritten ehemaliger Hypo-Vorstände personell reduziert worden.

Die Ernennung von Randa entspricht den Vereinbarungen, die Hypo-Vereinsbank und Bank Austria im Juli vor der Übernahme des größten österreichischen Kreditinstituts getroffen hatten. Die Bank Austria übernimmt dabei die Verantwortung für das gesamte Osteuropa-Geschäft in dem gemeinsamen Konzern. Dem entsprechend wird Randa vom 1. Januar 2001 an für das Geschäft in Österreich und in Mittel- und Osteuropa verantwortlich sein. Randa ist seit April 1995 Vorstandschef des Wiener Instituts.

Nolting war den Angaben zufolge bereits von 1996 bis 1998 Vorstandsmitglied der Bayerischen Vereinsbank und wechselte bei deren Fusion mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank zur Handelsbank.

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