Hypovereinsbank als Finanzier des Übernahmekonsortiums im Gespräch
FAG rechnet in Kürze mit Auftritt des Weißen Ritters

Knapp zwei Wochen vor dem Ablauf des feindlichen Übernahmeangebots der INA-Holding rechnet der Schweinfurter Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer offenbar bald mit dem rettenden Alternativ-Angebot eines "weißen Ritters". Noch in Verlauf dieser Woche werde eine Offerte in der Größenordnung von 13 ? je Aktie erwartet, hieß es am Sonntag in Unternehmenskreisen.

Reuters SCHWEINFURT. Der japanische Kooperationspartner NTN wolle aber nur eine Minderheit übernehmen, für den Rest solle ein nicht näher genannter Finanzinvestor gerade stehen. Die Verhandlungen dauerten am Wochenende noch an, unterschrieben sei noch nichts. INA, die den FAG-Aktionären für ihre Anteile je 11 Euro bietet, äußerte sich gelassen.

FAG-Vorstandschef Uwe Loos hatte NTN rasch nach der Offerte von INA als "weißen Ritter" ins Gespräch gebracht. Er hält die Offerte von INA für zu niedrig und hatte vor gut einer Woche ein alternatives Angebot bis spätestens Mitte Oktober in Aussicht gestellt. "Die sind jetzt ganz heftig am Rechnen", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" Verhandlungskreise mit Blick auf NTN. Die Hypovereinsbank, die FAG bereits als Berater unterstützt, soll dem Bericht zufolge auch als Finanzier des Übernahmekonsortiums auftreten. "Wenn es sinnvoll ist, warum sollten wir dann nicht finanzieren?", hieß es dazu am Sonntag aus Bankenkreisen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Mit einer Offerte von 13 ? je Aktie, die FAG mit rund 800 Mill. ? bewerten würde, wollen die Investoren INA so weit überbieten, dass das Herzogenauracher Familienunternehmen nicht allzu leicht ein noch höheres Angebot entgegensetzen kann. Ein FAG-Sprecher wollte zu den Angaben keine Stellung nehmen. INA äußerte sich zurückhaltend: "Wir sind ganz gelassen und weiter sehr zuversichtlich", sagte ein Sprecher. Ob das Unternehmen dem möglichen Gegengebot etwas entgegensetzen werde, wollte er nicht sagen. INA halte weiter rund 20 % an FAG. Zusammen mit den fünf Prozent in den Händen von Maria Elisabeth Schaeffler, der Mitinhaberin der INA-Holding Schaeffler KG, verfügt der Konzern damit über eine Sperrminorität.

Nach dem Bericht der Sonntagszeitung hält Maria Elisabeth Schaeffler schon 7 Prozent an FAG. 11 bis 12 Prozent hätten freie Aktionäre bis Ende vergangener Woche zum Tausch eingereicht, hieß es dort. INA wollte die Zahl nicht bestätigen. Durch die Übernahme von FAG will der Konzern den zweitgrößten Wälzlagerhersteller Europas mit über 6,4 Mrd. ? Umsatz und 54 000 Mitarbeitern schaffen.

Um die eingeschlagene Strategie zu untermauern, will FAG den Kreisen zufolge noch in dieser Woche weiter zukaufen. Mit einer Akquisition mit etwa 100 Mill. DM Umsatz solle das Geschäft mit Präzisions-Lagern (Precision Bearings) wesentlich verstärkt werden, das als sehr renditeträchtig gilt, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr hatte Kugelfischer mit solchen Speziallagern 231 Mill. ? (452 Mill. DM) umgesetzt und vor Steuern und Zinsen 47 Mill. ? (92 Mill. DM) verdient und ist damit nach eigener Auffassung Weltmarktführer. Präzisions-Lager kommen unter anderem in der Raumfahrt und im Auto-Rennsport zum Einsatz. Über den Zukauf sei unabhängig von der Übernahmeofferte seit Monaten verhandelt worden.

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