HypoVereinsbank schließt bis zu 165 Filialen
Immer weniger Bank-Filialen in Deutschland

ap MÜNCHEN. Das Netz der Bank-Filialen in Deutschland wird immer dünner. Am Dienstag kündigte auch das zweitgrößte deutsche Bankhaus, die HypoVereinsbank, die Schließung von bis zu 165 Filialen und den Abbau von bis zu 800 Stellen an. Allein in Ostdeutschland soll 44 Geschäftsstellen wegfallen. Auch die anderen Großbanken streichen: Bei der Dresdner Bank und der Deutschen Bank 24 fallen je 300 Filialen weg, bei der Commerzbank rund 200. Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) kritisierte diese Entwicklung als "geschäftspolitischen Irrweg".

HBV-Bankexperte Uwe Foullong sagte: "Wir kritisieren diese Pläne der Großbanken." Statt die Filialnetze auszudünnen, sollten die Institute nach Meinung der Gewerkschaft besser ihre Geschäftsstellen nutzen, um den erhöhten Bedarf an qualifizierter Beratung - etwa bei dem Thema private Altersvorsorge - zu bedienen. Zur Ankündigung der HypoVereinsbank sagte Foullong: "Wir fordern von der Bank: Keine betriebsbedingten Kündigungen." Wenn diese Pläne umgesetzt würden, müsse es vernünftige Sozialplanregelungen geben.

Die HypoVereinsbank stellte zugleich ein Fünf-Punkte-Programm für den Vertrieb vor. Dazu zählt unter anderem: Ausbau von Direktvertrieb und Service-Telefon durch ein neues Kunden-Service-Center in Sachsen, Ausbau des Online-Bankings sowie des Mobile Bankings und verstärkter Einsatz der Technik und eine `Qualifizierungsoffensive in den Niederlassungen". Die Kundenbetreuer in den Filialen sollen der HypoVereinsbank zufolge für "beratungsintensive Dienstleistung mit hoher Kompetenz" fortgebildet werden.

Online-Banking wird ausgebaut

Ab 2003 rechnet das Institut mit einer Kostenersparnis von jährlich rund 60 Mio. Euro (etwa 120 Mio. Mark) aus der Umsetzung des Programms. Mit dem Fünf-Punkte-Plan stelle man sich zudem auf das veränderte Kundenverhalten ein. "Der Kunde möchte Routinegeschäfte schnell und ohne Wartezeiten auch nach Feierabend, am Wochenende und an Feiertagen abwickeln können."

Gleichzeitig erwarte der Bankkunde aber bei komplexen Fragestellungen wie der Immobilienfinanzierung, der Altersvorsorge und dem Vermögensaufbau eine differenzierte und qualifizierte Beratung. Diesen Bedürfnissen werden die Bank mit dem Ausbau des Telefon- und Online-Banking gerecht. "Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Kunden, die in der AG zum Telefon-Banking angemeldet sind, auf 365.000 Kunden (plus 18 Prozent) erhöht", berichtete das Institut weiter.

Die Zahl der Online-Teilnehmer sei konzernweit im selben Zeitraum auf 1 511 000 Konten (plus 114 Prozent) gestiegen. Bis 2005 rechne die HypoVereinsbank damit, dass etwa 50 % der Kunden ihre Routine-Geschäfte online oder am Telefon abwickelten. In den Ausbau der Internet-Aktivitäten und in das E-Business werde das Unternehmen in diesem Jahr 220 Mio. Euro investieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%