Hypoxischer Hirnschaden
Polizisten nicht für Randalierer-Tod verantwortlich

Vier Wochen nach dem Tod eines festgenommenen und von Polizisten geschlagenen Randalierers in Köln hat ein rechtsmedizinisches Gutachten die Beamten entlastet. Ihre Gewaltanwendungen auf der Innenstadtwache Eigelstein hätten keine tödlichen Verletzungen hervorgerufen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Gutachten.

dpa KÖLN. Der 31 Jahre alte Mann war nach angeblichen Misshandlungen auf der Wache am 11. Mai ins Krankenhaus gebracht worden. Dort starb er nach zweiwöchigem Koma. Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Das abschließende Ergebnis der Gerichtsmedizin war mit Spannung erwartet worden.

In dem Gutachten heißt es, der Mann sei an den Folgen eines hypoxischen Hirnschadens – einer Unterversorgung des Hirns mit Sauerstoff – nach einer Belastungsreaktion mit plötzlichem Herz- und Kreislaufversagen gestorben. "Der psychisch vorerkrankte Herr N. war bereits vor dem Einsatz der Polizei auffallend erregt und augenscheinlich psychotisch, wobei sich zusätzlich ein akuter Cannabiskonsum ausgewirkt haben dürfte", heißt es in dem Gutachten.

Zwar sei nicht auszuschließen, dass dieser Zustand aus Anspannung und Stress durch das Vorgehen der Polizisten verstärkt und aufrechterhalten worden sein könnte. Der spätere Tod sei aber nicht vorhersehbar gewesen und damit nicht fahrlässig herbeigeführt worden. Die Ermittlungen gegen die Polizeibeamten beschränkten sich daher weiter auf den Vorwurf der Körperverletzung im Amt. Die Beamten wurden vom Dienst suspendiert.

Nach Zeugenaussagen schlugen sechs Polizisten den gefesselten Festgenommenen krankenhausreif. Später in der Klinik führte nach Angaben von Gerichtsmedizinern ein Herzstillstand zu einem tödlichen Hirnödem.

Die Kölner Polizei war am 11. Mai wegen eines lautstarken Familienstreits von Nachbarn alarmiert worden. Der gut zwei Zentner schwere Randalierer habe sich "wie von Sinnen" gebärdet, hieß es. Auf der Wache sei der am Boden liegende Mann getreten und geschlagen worden. Der Vorfall war durch Aussagen von einer Polizistin und einem Polizisten aufgedeckt worden, die nach Dienstschluss zufällig noch in der Wache waren. Als Konsequenz war der Leiter der Kölner Innenstadtwachen zwangsversetzt worden.

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