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Hyundai Engineering will am Freitag Reformplan vorlegen

Der seit langem erwartete Restrukturierungsplan für den hoch verschuldeten südkoreanischen Baukonzern Hyundai Engineering and Construction soll am Freitag vorgestellt werden. Das teilte ein Sprecher des Mutterkonzerns Hyundai Group am Donnerstag in Seoul mit.

rtr SEOUL. Zuvor hatte Hyundai Motor ein Maßnahmenpaket angekündigt, mit dem der Autohersteller der angeschlagenen Schwestergesellschaft beim Abbau ihres Schuldenbergs von fünf Billionen Won (rund 10 Mrd. DM) helfen will. Hyundai Engineering gab unterdessen bekannt, die Verluste hätten sich im dritten Quartal noch ausgeweitet.

Der größte südkoreanische Baukonzern mit rund 28 000 Beschäftigten kämpft seit Monaten mit Zahlungsschwierigkeiten und soll nach dem Willen des Hauptgläubigers, der Korea Exchange Bank, bis zum Jahresende ein Fünftel seiner Schulden zurückbezahlen. Die Hyundai Group arbeitet auf Druck der Regierung in Seoul, die eine Entflechtung des weit verzweigten Konglomerats fordert, seit Monaten an einem Sanierungskonzept. Der jetzt angekündigte Plan soll früheren Angaben zufolge den Verkauf von firmeneigenen Immobilien, darunter auch des Hauptsitzes, und Landbesitz im Wert von rund 800 Mrd. Won (1,6 Mrd. DM) umfassen.

Rettungsplan in drei Schritten Der Autobauer Hyundai Motor, der sich monatelang geweigert hatte, will seiner Schwesterfirma nun doch mit einem drei Schritte umfassenden Rettungsplan aus der Misere helfen. Danach soll die Elektroniksparte der Autofirma, Hyundai Mobis, einen 2,69-Prozent-Anteil des Firmengründers Chung Ju Yung an Hyundai Motor übernehmen und den Kaufpreis an den Baukonzern überweisen. In einem zweiten Schritt soll die Schwesterfirma Kia Motors der Hyundai Group den Autoradio-Hersteller Hyundai Autonet abkaufen und den Erlös ebenfalls Hyundai Engineering zur Verfügung stellen. Schließlich werde die Hyundai-Motor-Stahltochter Inchon Iron & Steel vom Baukonzern einen Stahlkocher erwerben. Der Plan muss aber noch von den Vorständen der beteiligten Firmen und von der südkoreanischen Kartellbehörde gebilligt werden.

Analysten sagten, der Meinungsumschwung bei Hyundai Motor, bei dem der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler AG größter Einzelaktionär ist, sei auf Druck der Regierung zustande gekommen. Der oberste Wettbewerbshüter des Landes, Lee Keun Young, habe den Chef des Autoherstellers am Mittwoch offenbar umstimmen können. Anfang der Woche hatte Finanzminister Jin Nyum deutlich gemacht, dass die Regierung Hyundai Engineering nicht untergehen lassen werde.

Die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen verdeutlichen die finanzielle Schieflage des Baukonzerns. Hyundai Engineering bezifferte den Nettoverlust im dritten Quartal auf 72,28 Mrd. Won. Damit sei der Verlust in den ersten neun Monaten auf 250,24 Mrd. Won angewachsen. Der Umsatz betrug von Januar bis September 1,29 Billionen Won.

Die Aktien von Hyundai Engineering gingen am Donnerstag an der Börse in Seoul mit einem Plus von knapp 15 % aus dem Handel, während die Papiere von Hyundai Motor um über 7 % nachgaben.

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