i-Mode: Suchtgefahr ohne Kostenkontrolle
Jetzt kommt Farbe ins Spiel

Der Mobilfunkbetreiber E-Plus will nicht warten, bis UMTS aus den Startlöchern kommt. Er setzt schon seit der CeBIT die Branche mit iMode unter Druck. Grund genug, dass die Redaktion den farbigen Internet-Dienst fürs Handy einmal genauer unter die Lupe genommen hat.

 

Kaum traf das silberne i-Mode-Handy von NEC in der Redaktion ein, ging das Gerät schon durch viele Hände. Das Farbdisplay hat eine fast magische Anziehungskraft, die Emotionen weckt. Ein Klick auf die rechte i-Mode-Taste genügt dafür.

Die ersten Gehversuche in der neuen bunten i-Mode-Welt sind etwas ernüchternd. Denn zunächst muss man sich in der neuen Umgebung zurecht finden - das kann ein paar Minuten dauern. Doch was soll?s, bei I-Mode bezahlt man ja nicht pro Sekunde, sondern pro übertragenem Datenpaket. Wie gut, dass E-Plus mit seinem neuen Dienst konsequent auf den UMTS-Wegbereiter GPRS (General Packet Radio Service) gesetzt hat.

Nach zehn Minuten sieht die bunte Display-Welt gleich ganz anders aus. Dann hat man verstanden, dass sich hinter dem i-Magazin aktuelle Infos und die meistbesuchten Sites verstecken, oder dass der Punkt Gesamtmenu zur sortierten Übersicht aller rund 60 Anbieter führt. Nun geht die Navigation schnell von der Hand.

Mit diesem Wissen ist der geneigte Nutzer wirklich nur noch wenige Klicks von Spiegel.de, FAZ.net, der Deutschen Bahn, Kicker, Comdirect, TV-Spielfilm, Cinema oder dem Playboy entfernt. Die neun inhaltlichen Kategorien (News/Wetter, Sport, Chat/Mail/Web, Freizeit/Fun, Melody/Pictures, Unterwegs, Finanzen, Shopping, Nachschlagen) des Gesamtmenus erklären sich fast von selbst. Die einzelnen Seiten bauen sich außerdem recht zügig auf, wenn die Verbindung zum E-Netz stimmt. Nur bei schlechtem Empfang verlangt i-Mode Geduld.

Anfängliche Zweifel, 60 Content-Anbieter wären nicht ausreichend für ein rundes Angebot, verfliegen schnell. Aktuelle Nachrichten, Sportinfos, Handy-Games, Klingeltöne, Aktienkurse, Preisvergleiche, Routenpläne oder auch mehr oder weniger "scharfe" Erotik-Bilder gibt es in Hülle und Fülle. Das Angebot kann sich sehen lassen. Und selbst wenn es kaum etwas gibt, das WAP nicht bietet, macht die farbige Gestaltung mit Bildern und Tönen einfach mehr Spaß.

Totale Umgewöhnung ist dagegen beim Nutzungsverhalten angesagt. Die interessantesten Infos, Bilder und Services gibt es nämlich oft nur im Abo. Um ein solches Abonnement zu bestellen, muss nur das persönliche i-Mode-Kennwort angegeben und die Auswahl bestätigt werden. Einmal abonniert geht es ohne Umwege zu den gewünschten Services. 0,25 bis zwei Euro verlangen die Anbieter pro Monat für ihre Dienste, abgerechnet wird über die E-Plus-Rechnung.

Eine direkte Gebührenkontrolle gibt es leider noch nicht. So kann i-Mode recht schnell ein teueres Vergnügen werden. Allein an Hand der Abo-Liste unter dem i-Mode-Menupunkt "Mein Menu" kann man die monatlichen Fixkosten erahnen, zusätzlich fallen aber noch 0,01 Euro pro Kilobyte und drei Euro monatliche Grundgebühr an. Böse Überraschungen am Monatsende sind bei intensiver i-Mode-Nutzung fast sicher.

Fazit

Der mobile Datendienst von E-Plus überzeugt und bietet jetzt schon eine Kostprobe dessen, was uns mit UMTS erwartet. Welcher Inhalt das i-Mode-Highlight ist, bleibt jedem selbst überlassen. Suchtpotential ist auf jeden Fall gegeben. Und selbst wenn die anfängliche Farb-Euphorie nachlässt, kann sich i-Mode zu einem nützlichen mobilen Begleiter entwickeln. Dennoch gibt es einen entscheidenden Kritikpunkt: Die fehlende Kostenkontrolle macht den Dienst schnell zu einer Kostenfalle. Hier muss E-Plus nachbessern, denn ansonsten gerät ein an sich schöner Service schnell in Verruf. Viel Zeit darf sich E-Plus dafür nicht lassen, denn spätestens wenn UMTS an den Start geht, bieten alle Netzbetreiber unabhängig von i-Mode farbige Inhalte.

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