i-mode, UMTS und WAP
Mobil, bunt und etwas unklar

Ein knubbeliges gelbes i dominiert den Stand von e-plus . Es steht für den neuen mobilen Dienst i-mode und beschreibt den Eindruck, den der Besucher mit nach Hause nimmt: Wie das i ist die Mobilfunk-Welt der Cebit in diesem Jahr vor allem bunt - und voller Möglichkeiten. Wie die genau aussehen, bleibt für den Laien aber unklar - so wie die Schlängel-Konturen des dicken i.

Das Signal-Gelb wirkt. Der Stand von e-plus jedenfalls ist gut besucht. Überall haben Besucher silber-farbene Telefone in den Händen. Mit diesen ersten i-mode-fähigen Handys von NEC klicken sie sich durch die neue i-mode-Welt. Bunt ist die vor allem, und verheißungsvoll sind die Inhalte, die das Menü verspricht.

"Ins Internet" steht da beispielsweise. Doch Vorsicht: Wer wie daheim am Rechner eine normale Internet-Adresse eingibt, wird enttäuscht: "Die Seite ist zu groß", lautet die lapidare Antwort. "Zu WAP-Seiten" hätte den Menü-Punkt besser umschrieben. Die nämlich kann das kleine Telefon problemlos darstellen - und das in 256 Farben.

Über "i-Menu" gelangt der Nutzer in die eigentliche i-mode-Welt, nämlich auf die Seiten, die mehr als 60 Inhalte-Anbieter speziell dafür konzipiert haben. "Sinnvolle Services für den Alltag" verspricht der Anbieter und liefert beispielsweise eine bundesweite Kinoauskunft mit Kartenreservierung, Bahnauskunft und Nachrichten - alles mit Bildern und in Farbe. Das Telefonieren soll künftig nur noch eine von vielen Anwendungen sein.

WAP kann das auch

Panik bei den Wettbewerbern? Da wiegeln T-mobil, Vodafone und Co ab. Was i-mode kann, kann WAP auch, heißt es da. Die meisten Besucher seien erstaunt, wie schnell man schon heute jede Menge Informationen und Unterhaltung mobil empfangen könne, erzählt T-mobil-Sprecher Phillip Schindera. Der häufigste Satz sei: "Ach, das geht schon jetzt?".

Bislang steht WAP (Wireless Applikation Protokoll) für enttäuschte Erwartungen. "Zu teuer, zu langsam, zu umständlich" kritisieren Nutzer den Standard, der 1999 als erstes das Internet aufs Handy bringen sollte. WAP 2.0 - versprechen die Anbieter - soll schneller und einfacher zu bedienen sein. GPRS sorge für schnellere Übertragung, und mit farbigen Displays komme der Spaß hinzu, erklärt Phillip Schindera.

Die ersten WAP 2.0 Geräte kommen Ende des Jahres auf den Markt. Dann wird auch das i-mode-Angebot auf diesen Standard umgestellt. I-mode Seiten werden dann also mit WAP 2.0 Handys lesbar sein.

Undurchschaubares Fachchinesisch

WAP und GPRS - Laien schwirrt bei dem Abkürzungs-Wirrwarr der Kopf. Da ist i-mode im Vorteil. Der Name ist als Erfolgsgeschichte aus Japan bekannt. Dass auch dieser Dienst genau wie WAP auf GPRS-Übertragung basiert, ist Nebensache.

Genauso wenig sollte sich der Cebit-Laie über UMTS den Kopf zerbrechen. Für den Verbraucher zählt nur eines: Mit UMTS sollen die Inhalte noch schneller aufs Handy kommen. Die größere Bandbreite erlaubt außerdem nicht nur statische Bilder, sondern auch Filme. Noch in diesem Jahr will Vodafone als erster Netzbetreiber einen UMTS-Dienst anbieten.

Preis-Rätsel

Was WAP 2.0 und UMTS kosten werden, erschließt sich auch dem aufmerksamsten Cebit-Besucher nicht: Denn über die Preise für Geräte, Grundgebühr und Preise für heruntergeladene Daten schweigen sich die Anbieter aus. Darüber wollen sie jeweils erst kurz vor dem tatsächlichen Start eines Dienstes reden.

I-Mode ist schon einen Schritt weiter und gibt damit auch einen Vorgeschmack für die künftigen Angebote. Neben einer monatlichen Grundgebühr zahlen Nutzer einen Cent für 1 KB heruntergeladene Daten. Für gebührenpflichtige Seiten kommt noch eine monatliche Abo-Gebühr dazu.

Das alles schon während der Nutzung im Auge zu haben, dürfte schwierig sein. Die Überraschung am Monatsende scheint vorprogrammiert. Bis die i-mode-Nutzer sich daran gewöhnt haben, bleibt die neue mobile Welt also auch in diesem Punkt vor allem eines: irgendwie "unklar".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%