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I-mode wird erfolgreich mit Java

Unter dem Motto "Content is King" wurde I-mode von NTT DoCoMo zum ersten Dienst, der Java-basierte drahtlose Anwendungen unterstützte. Durch Java konnten die Anbieter von Inhalten erstmals auch neue interaktive und graphisch ansprechende Anwendunge anbieten.

Im Februar 1999 hat NTT DoCoMo den i-mode-Dienst in Japan vorgestellt. Seitdem hat i-mode einen enormem Erfolg erzielt und konnte inzwischen mehr als dreißig Millionen Teilnehmer gewinnen. Der Erfolg von i-mode ist sowohl auf die Kombination von verschiedenen kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren, als auch auf das ausgezeichnete Marketing und die Positionierung zurückzuführen. So hat sich i-mode beispielsweise anstatt sich auf nur auf die Technologie zu konzentrieren, viel mehr auf die Idee festgelegt, dem Anwender hochwertige drahtlose Diensten und Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Von dieser Vision getragen, hat sich die Zahl der insgesamt vorhandenen offiziellen und inoffiziellen Anbieter von Inhalten für i-mode mittlerweile auf über 50 000 erhöht.

Unter dem Motto "Content is King" wurde NTT DoCoMo damit zum ersten Betreiber, der Java-basierte drahtlose Anwendungen unterstützte. Hierdurch konnten die Anbieter von Inhalten erstmals auch neue interaktive und graphisch ansprechende Anwendungen, wie beispielsweise Spiele, anbieten. Die Java Application Environment von i-mode (iAppli) ist dabei konform zur Connected Limited Device Configuration (CLDC) der Java 2 Micro Edition (J2ME), spezifiziert aber mit DoJa ein Profil, das zwar dem Mobile Information Device Profil (MIDP) weitgehend entspricht, zu diesem allerdings nicht kompatibel ist. Diese Unverträglichkeit scheint iAppli bisher aber nicht geschadet zu haben. Ungefähr ein Drittel aller i-mode-Teilnehmer nutzt Java-basierende Telefone.

Kürzlich hat nun NTT DoCoMo mit der Einführung des i-mode-Dienstes außerhalb Japans begonnen. Verschiedene europäische Betreiber haben die i-mode-Technologie lizenziert, darunter KPN Mobile in den Niederlanden, E-Plus Mobilfunk in Deutschland und Bouygues Telecom in Frankreich. Im Juni 2002 hat E-Plus einen i-mode-Dienst vorgestellt, der gut angenommen wurde und inzwischen über 50 000 Teilnehmer verzeichnen kann. Darüber hinaus ist NTT DoCoMo mit Telefónica Móviles eine Zusammenarbeit eingegangen, um in der ersten Hälfte 2003 einen i-mode-Dienst in Spanien einzuführen.

Die meisten europäischen Betreiber bieten Dienste auf der Basis von WAP (Wireless Application Protocol) und Standard J2ME an. Leider sind diese Lösungen sehr spezifisch und inkonsistent. Die Einführung von i-mode und iAppli bietet den Betreibern drei direkte Vorteile. Zuerst ist die Technologie von i-mode ausgereift und bewährt. Außerdem berücksichtigt der Dienst auch Aspekte, wie die Gebührenabrechnung und die Bereitstellung von Java-Inhalten in einer konsistenten Art und Weise. Zweitens können die Betreiber auf ein riesiges Potenzial von bestehenden i-mode/iAppli-Inhalten zurückgreifen. Drittens bietet die iAppli-Umgebung mehr Funktionalität und stellt interessantere Funktionen als das standardmäßige J2ME zur Verfügung. Somit erlaubt es den Anbietern von Java-Inhalten, umfangreichere und interessantere Anwendungen zu realisieren.

Die Einführung von i-mode und iAppli bedeutet aber nicht, dass WAP und J2ME nicht mehr unterstützt werden. Es verdeutlicht eher einen Trend in Richtung zweigleisiger Dienste, so dass beispielsweise WAP/J2ME für kostenfreie Dienste und i-mode/iAppli für Premiumdienste genutzt werden kann.

Die rasche Verbreitung von i-mode im drahtlosen Markt wird damit die Gerätehersteller zwingen, mit den mobilen Geräten der nächsten Generation iAppli und MIDP zu unterstützen.

Schreiben Sie dem Autor: mstolz@esmertec.com

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