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Iaeo geht Plutonium-Experimenten in Südkorea nach

Nach dem Eingeständnis über die Herstellung von angereichertem Uran vor vier Jahren hat Südkorea auch Experimente zur Gewinnung von Plutonium aus den 80er Jahren zugegeben.

dpa SEOUL. Nach dem Eingeständnis über die Herstellung von angereichertem Uran vor vier Jahren hat Südkorea auch Experimente zur Gewinnung von Plutonium aus den 80er Jahren zugegeben.

Bei dem Forschungsexperiment von 1982 sei ohne Wissen der Regierung eine geringe Menge von Plutonium aus Atombrennstäben herausgelöst worden, sagten Regierungsbeamte in Seoul. "Wir wissen nicht, wie viel Plutonium dabei gewonnen wurde", meinte ein Sprecher des Außenministeriums. Plutonium ist wie angereichertes Uran-235 spaltbar und somit für den Bau von Kernwaffen geeignet. Ein Inspektionsteam der Iaeo, das in der vergangenen Woche in Südkorea gewesen sei, habe sowohl die Angaben über das Uranexperiment als auch zu den Plutoniumexperimenten überprüft.

Der Plutoniumversuch habe in einem mittlerweile weitgehehend rückgebauten Versuchsreaktor in Seoul stattgefunden, teilte das Wissenschaftsministerium mit. Das Experiment habe reinen Forschungscharakter gehabt. Es gebe jedoch keine Aufzeichnungen über das Ergebnis mehr.

Die Versuche hätten nicht gegen ein Sicherungsabkommen mit der Iaeo verstoßen, hieß es. "Wir haben mit der Iaeo in den vergangenen Jahren Gespräche über die Angelegenheit geführt", sagte der Sprecher des Außenministeriums. Südkorea hatte vor einer Woche mit der Erklärung für Aufsehen gesorgt, dass Forscher vor vier Jahren 0,2 Gramm angereichertes Uran bei Laserexperimenten zur Isotopentrennung hergestellt hätten. Seoul beteuerte jedoch, kein Atomwaffenprogramm zu verfolgen. Auch habe es sich damals um eine unbedeutende Menge gehandelt. Am Mittwoch räumte die Regierung in Seoul jedoch ein, dass der Gebrauch von Uran der Iaeo hätte gemeldet werden müssen.

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