IAEO-Protokoll abgelehnt
Iran lädt USA zur Atom-Kooperation ein

Nach heftiger amerikanischer Kritik an seinem Atomprogramm will Iran nach eigenem Bekunden auf die USA zugehen. Das iranische Außenministerium lud die USA am Montag zur Zusammenarbeit bei seinen Atomprojekten ein. Damit solle Washington die Sorge über nukleare Projekte islamischer Staaten genommen werden, sagte Ministeriumssprecher Hamid-Resa Assefi.

HB/dpa TEHERAN/EVIAN/DÜSSELDORF. Seine Regierung werde vorerst jedoch nicht das Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) unterzeichnen, das unangekündigte Kontrollen erlaubt. Die Teilnehmer des G-8-Gipfels in Evian äußerten sich besorgt über die Atomprogramme Nordkoreas und Irans und erinnerten die beiden Staaten an ihre internationalen Verpflichtungen.

Nach den Worten des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Ali Abtahi will Teheran gegenüber den USA "eine neue Haltung einnehmen". Obwohl sich die USA in der Welt "nicht besonders zivilisiert" verhielten, werde Iran künftig eine realistischere Außen- und Innenpolitik betreiben, um den USA keinen Vorwand für einen Angriff zu liefern, sagte Abtahi dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt" (Dienstag). "Ein Weg, um der Kritik der USA auszuweichen, ist es, den Menschen hier mehr persönliche Freiheiten einzuräumen, Pressefreiheit zu gewähren", sagte der Vizepräsident in Teheran.

Außenamtssprecher Assefi sagte: "Wenn die USA wirklich so besorgt sind über unsere Atomprojekte, dann laden wir sie dazu ein, daran teilzuhaben." Er bekräftigte die Bereitschaft Irans, seine Atomvorhaben mit allen Staaten der Erde zu diskutieren, die über sie im Zweifel seien. "Unsere nuklearen Projekte sind friedlich und dienen unserer wirtschaftlichen Entwicklung", versicherte Assefi. Atomare Kriegsführung liege nicht im Interesse Irans.

Der Sprecher fügte allerdings hinzu, Iran werde das IAEO - Zusatzprotokoll nicht unterzeichnen, bis die amerikanischen Sanktionen gegen sein Land aufgehoben werden. Dieses Protokoll würde IAEO-Inspekteuren unangekündigte Kontrollen gestatten. Bei einem Besuch von IAEO-Direktor Mohammed el Baradei in Iran hatte die Regierung im Februar angekündigt, das Zusatzprotokoll zu unterzeichnen.

US-Präsident George W. Bush hatte Iran auf dem Gipfeltreffen in St. Petersburg erneut aufgefordert, sein Atomwaffenprogramm einzustellen. Seine Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice hatte zuvor die Vorwürfe bekräftigt, Iran unterstütze den Terrorismus im Nahen Osten und entwickle Nuklearwaffen.

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