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Iaeo verabschiedet Iran-Resolution - Anreicherung gestoppt

Nach tagelangem Tauziehen mit der Regierung in Teheran hat die Internationale Atomenergie-Organisation (Iaeo) „einmütig“ eine Resolution zur iranischen Atompolitik verabschiedet, die auch die jüngsten Bemühungen Irans um eine Entschärfung des Konflikts würdigt.

dpa WIEN/TEHERAN. Nach tagelangem Tauziehen mit der Regierung in Teheran hat die Internationale Atomenergie-Organisation (Iaeo) "einmütig" eine Resolution zur iranischen Atompolitik verabschiedet, die auch die jüngsten Bemühungen Irans um eine Entschärfung des Konflikts würdigt.

In dem von Deutschland, Frankreich und Großbritannien verfassten Text wird Teheran ausdrücklich für die vorläufige Beendigung seines umstrittenen Programms zur Urananreicherung gelobt. Gleichzeitig wird Iran jedoch gedrängt, als "vertrauensbildende Maßnahme" dauerhaft auf die Anreicherung zu verzichten. Angereichertes Uran kann sowohl als Brennstoff in Atomkraftwerken als auch zum Bau von Atombomben verwendet werden.

Die USA legten gegen die Resolution trotz starker Einwände keinen Widerspruch ein. Allerdings machte die US-Delegationsleiterin Jackie Sanders vor dem Iaeo-Gouverneursrat in Wien klar, dass Washington sich deutlich mehr politischen und wirtschaftlichen Druck auf Iran gewünscht hätte. Die USA werfen Teheran weiter vor, heimlich an der Entwicklung von Atombomben zu arbeiten. Washington konnte sich jedoch bei den EU-Vertretern nicht mit der Forderung durchsetzen, Iran vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Der iranische Präsident Mohammad Chatami bezeichnete die Resolution eine "Niederlage für diejenigen, die unseren Fall vor den Weltsicherheitsrat bringen wollten".

Der Weg für die Verabschiedung war am Sonntag frei geworden, nachdem Iran seine Forderung nach der weiteren Nutzung von 20 Gaszentrifugen zurückgenommen hatte. Vor der Verabschiedung der insgesamt Iran-freundlichen Resolution hatte Iaeo-Chef Mohammed el Baradei bestätigt, dass Teheran sein Programm zur Urananreicherung vollständig gestoppt habe. Iaeo-Inspekteure hätten am Morgen die 20 Gaszentrifugen überprüft, die Teheran ursprünglich aus einem Anfang November mit der EU geschlossenen ausklammern wollte. Die Verifizierung sei damit abgeschlossen, sagte el Baradei vor Journalisten. Er drängte Iran, auch in Zukunft "ein Maximum an Transparenz" zu zeigen.

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