IATA erwartet weitere Pleiten
Boeing drosselt Produktion um die Hälfte

Angesichts der schweren Krise der Luftfahrt verringert der weltgrößte Flugzeughersteller Boeing seine Produktion bis Mitte nächsten Jahres um die Hälfte. Statt 48 Jets pro Monat will Boeing künftig nur noch 24 Maschinen bauen. Das sagte der Chef der Boeing-Zivilflugzeugsparte, Alan Mulally, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

ek/ebe DÜSSELDORF. "Für uns gibt es nur noch eins: Wir müssen die Produktion so schnell wie möglich herunterfahren", sagte Mulally. Anders als der europäische Rivale Airbus erwarten die Amerikaner eine Besserung des Marktes erst für 2004.

Pierre Jeanniot, Präsident des Luftfahrtverbandes International Air Transport Association (IATA), erwartet, dass die Krise weitere Fluggesellschaften treffen wird. Nach den Konkursen von Swissair und Sabena prophezeite er gestern in Montreal neue Pleiten. Dafür seien nicht nur die schlechte Auslastung der Maschinen, sondern auch drastisch steigende Betriebskosten verantwortlich. Nach den Anschlägen in den USA müssten Fluggesellschaften im kommenden Jahr wohl zehnmal so viel für Versicherungen bezahlen wie zuvor, erwartet Jeanniot.

Die Wirtschafts- und Finanzminister der EU einigten sich am Dienstag in Brüssel immerhin darauf, staatliche Garantien für Kriegs- und Terrorrisiken ihrer Airlines bis Ende März 2002 zuzulassen. Grund für die erneute Verlängerung ist, dass sich der Markt für gewerbliche Luftfahrtversicherungen immer noch nicht normalisiert hat. So verweigern private Versicherer weiterhin die Deckung der Terrorrisiken, die sie nach den Anschlägen gekündigt hatten. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) zeigte sich enttäuscht, dass es noch immer kein gemeinschaftliches Vorgehen für Luftfahrtversicherungen gebe. Er halte eine EU-einheitliche Regelung für "dringend erforderlich".

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