Iberdrola: Es gab keine Kontakte
Eon dementiert Kontakte zu spanischem Stromkonzern Iberdrola

„Bis heute haben wir keinerlei Kontakt zu Referenzaktionären oder Managern von Iberdrola gehabt“, heißt es in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Schreiben an die Madrider Börsenaufsicht. Deutsche Versorger drängen auf Spaniens Strommarkt

dpa MADRID. Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon hat angesichts der Spekulationen um eine Übernahmeofferte für Spaniens zweitgrößten Stromversorger Iberdrola jeglichen Kontakt zu dem Unternehmen dementiert. "Bis heute haben wir keinerlei Kontakt zu Referenzaktionären oder Managern von Iberdrola gehabt", heißt es in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Schreiben an die Madrider Börsenaufsicht. Gleichzeitig erklärte Eon, das Unternehmen prüfe ständig Investitionsmöglichkeiten in anderen Ländern, einschließlich Spanien. Zuvor hatte bereits Iberdrola mitgeteilt, es habe keine Kontakte zwischen beiden Konzernen gegeben.

Dessen ungeachtet schossen die Iberdrola-Aktien an der Madrider Börse am Donnerstag nach Handelsbeginn um fast 7 % auf 17,03 Euro in die Höhe. In Frankfurt geriet die Eon-Aktie unter Druck. Der Börsenkurs sank nach Handelsbeginn teilweise um mehr als 3 % auf unter 57 Euro. Einem Bericht der "Börsen- Zeitung" vom Donnerstag zufolge soll Eon am spanischen Konkurrenten Iberdrola interessiert sein.

Nach der Anfang der Woche gescheiterten Fusion mit dem spanischen Marktführer Endesa gilt Iberdrola S.A. (Bilbao) als begehrter Übernahmekandidat. Das baskische Unternehmen hat in Spanien neun Mill. Kunden und einen Marktanteil von fast 40 %. In Lateinamerika, vor allem in Brasilien und Mexiko, kommen etwa fünf Mill. Kunden hinzu. 1999 erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von 121,5 Mrd. Pesetas (1,43 Mrd. DM). Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 liegen noch nicht vor.

Als Iberdrola und Endesa noch über einen Zusammenschluss verhandelten, galt Eon als einer der Interessenten für die Aktiva, die beide Stromversorger aus Wettbewerbsgründen hätten abstoßen müssen. Die Fusion war an den strengen Auflagen der Regierung in Madrid geplatzt. Eine Übernahmeofferte seitens Eon würde nach Einschätzung von Analysten den spanischen Mineralölkonzern Repsol auf den Plan rufen. Dieser hatte bereits Ende vergangenen Jahres versucht, Iberdrola zu übernehmen, das Vorhaben aber letztendlich aufgegeben.

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