Iberische Trainerschicksale
Saez vor dem Aus

Der Erfolg eines Trainers wird fast immer am Erfolg seiner Mannschaft gemessen. Spaniens Coach Inaki Saez jedenfalls scheint seinen Kredit verspielt zu haben. Auf der anderen Seite fühlt sich der bei den Fans bisher eher unbeliebte Trainer Portugals, Luiz Felipe Scolari, in seiner Haut immer wohler.

LISSABON. Portugal bleibt im Fußball-Rausch, Spanien sucht nach dem K.o. schon den neuen Nationaltrainer: Nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der Europameisterschafts-Endrunde im Nachbarland lud Coach Iñaki Sáez für diesen Dienstag zu einer Pressekonferenz nach Madrid. Alles andere als sein Rücktritt wäre eine riesige Überraschung. Als Nachfolger werden bereits Veteran Luis Aragonés und Real Madrids Ex-Trainer Vicente del Bosque gehandelt, der allerdings gerade einen Vertrag bei Besiktas Istanbul unterschrieben hat.

Während Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari mit dem Viertelfinal-Einzug bei der EM-Endrunde doch noch sein selbst gestecktes Minimalziel erreichte, besiegelte das 0:1 in Lissabon die Riesenpleite der wie so oft hoch gehandelten Spanier. Direkt nach dem Spiel am Sonntagabend ließ Sáez seinen Abschied offen. "Jetzt ist nicht der passende Moment, deswegen werde ich darauf nicht antworten", sagte Sáez. Der 61-Jährige soll nach dem Willen des spanischen Verbandes eigentlich bis zur WM 2006 bleiben. Der eingewechselte Nuno Gomes besiegelte in der 57. Minute den ersten Vorrunden-Abschied der Spanier bei einem großen Turnier seit der WM 1998

.

Die spanischen Medien hielten am Montag schon das Scherbengericht über den Europameister von 1964 ab, der erstmals ein Wettbewerbsspiel gegen Portugal verlor. Von einem Fiasko sprach die Tageszeitung "ABC". "El Mundo" schimpfte: "Das war schlechter als je zuvor" und warf den Profis fehlenden Ehrgeiz vor. Die Zeitung "El País" sprach von Kleinmütigkeit statt des notwendigen Charakters. Torhüter Iker Casillas suchte nicht nach Ausflüchten. "Wir haben im wichtigsten Spiel nicht das gegeben, was nötig gewesen wäre. Portugal war die ganze Zeit überlegen. Wir fahren zu Recht nach Hause", sagte der Keeper aus Madrid. Sáez hatte mit vier neuen Spielern zwar noch versucht, für mehr Gefahr vor dem Tor zu sorgen als beim 1:1 gegen Griechenland, doch an der Harmlosigkeit änderte das nichts. Am Ende kamen Otto Rehhagels Griechen wegen der mehr erzielten Tore weiter.

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