Ibex 35 rutscht unter der Marke von 8 000 Punkten – Bankwerte zählen zu den größten Verlierern: Argentinien-Krise hält spanische Aktien unter Druck

Ibex 35 rutscht unter der Marke von 8 000 Punkten – Bankwerte zählen zu den größten Verlierern
Argentinien-Krise hält spanische Aktien unter Druck

Die Wirtschafts- und Finanzkrise in Argentinien lastet schwer auf der spanischen Börse. Nach massiven Kursverlusten in den Vortagen hat der Leitindex Ibex 35 seine Talfahrt am Donnerstag fortgesetzt.

sk MADRID. Bis zum Nachmittag rutschte der Index um 2,35 % und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 8 000 Punkten. Seit Jahresbeginn haben die fünf größten Konzerne in Spanien mehr als 10 Mrd. Euro ihres Börsenwerts eingebüßt.

Als größte europäische Investoren in Argentinien sind spanische Unternehmen von der Abwertung des Pesos und weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise in dem lateinamerikanischen Land besonders betroffen. Neben den spanischen Großbanken Santander Central Hispano (SCH) und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), dem Telekom-Unternehmen Telefónica und dem Energieversorger Endesa musste vor allem der Mineralölkonzern Repsol YPF starke Verluste hinnehmen: Der Aktienkurs hat seit Anfang Januar mehr als 16 % abgegeben, konnte sich allerdings am Donnerstag als einziger der besonders betroffenen Werte leicht erholen. Analysten erklärten die Erholung damit, dass der Konzern in Kürze eine Dividende ausschütten will. BBVA lagen dagegen am Nachmittag mit 4,7 % im Minus, SCH gaben 4 % nach. Telefónica büßten 3,8 % ein.

Unterdessen blieben in Argentinien nach einem Beschluss der Zentralbank die Devisenmärkte einen weiteren Tag geschlossen. Ursprünglich sollte der Handel nach dreitägiger Unterbrechung gestern wieder aufgenommen werden. Das hätte nach Aufhebung der Dollar-Bindung des Pesos einen ersten Härtetest für die argentinische Währung bedeutet. Für den Devisenumtausch von Privatleuten gilt nun ein freier Peso-Kurs, für den Außenhandel wurde ein Verhältnis von 1,40 Peso für einen US-Dollar festgelegt.

Das genaue Ausmaß der finanziellen Belastung für die spanischen Unternehmen ist weiter unbekannt, noch wird hinter den Kulissen in Buenos Aires verhandelt. Die Gesellschaften haben daher für die Gespräche mit der argentinischen Regierung Verstärkung aus ihren Zentralen in Madrid geschickt. "Das, was wir bislang an Plänen vernommen haben, wird nicht der Weisheit letzter Schluss sein", sagt Carsten Werle, Analyst bei WestLB Panmure und auf Bankaktien spezialisiert. Alle Aussagen über mögliche Belastungen der Finanzinstitute und anderen Unternehmen bewegten sich bislang im Bereich der "Spekulation".

Eine Verbesserung der Lage an der Börse Madrid hält er vorerst für wenig wahrscheinlich. "Solange der negative Nachrichtenfluss anhält, rate ich von einem Einstieg bei BBVA und SCH ab." Als besonders negative Nachricht für die Banken werten Analysten die Umstellung von Dollar-Schulden in Peso. Die Abwertung des Pesos hatten die Institute seit längerer Zeit erwartet.

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