IBM legt zu
US-Börsen bauen Verluste aus

Die unerwartet schwachen US-Einzelhandelsdaten haben den New Yorker Aktienmärkten am Donnerstag deutliche Verluste beschert. Die Daten hätten bei den Anlegern erneut Befürchtungen geweckt, dass die US-Konjunktur sich möglicherweise nicht so rasch wie erwartet erholen werde, sagten Händler.



vwd NEW YORK. Die schwache Umsatzprognose des US-Telekommunikationsausrüsters Lucent habe zudem Sorgen der Anleger verstärkt, dass auch eine Erholung dieser Branche länger auf sich warten lassen könne.

Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 1,19 Prozent auf 9502,80 Zähler, der Nasdaq-Index verlor 1,46 Prozent auf 1496,89 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,05 Prozent auf 1009,56 Zähler nach.

Die unerwarte schwachen Einzelhandelsdaten hätten Befürchtungen geweckt, die Verbraucherausgaben könnten nachlassen und die Unternehmensgewinne niedriger ausfallen, sagten Händler. "Alles, was auf ein Nachlassen des Konsums deutet, wirbelt den Markt auf", sagte Owen Fitzpatrick, Leiter der U.S. Equity Group bei Deutsche Bank Private Banking. Die Investoren seien außerdem vorsichtig, da auch die Unternehmensnachrichten am Donnerstag kein klares Bild geliefert hätten, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Handelsministeriums sanken die US-Einzelhandelsumsätze im Mai um 0,9 Prozent und fielen damit schlechter aus als erwartet. Einen solchen Rückgang hatte es zuletzt im November gegeben. Volkswirte hatten lediglich ein Minus von 0,3 Prozent erwartet.

Auch die Prognose des US-Telekomausrüsters Lucent habe auf die Stimmung gedrückt, sagten Händler. Das Unternehmen hatte wegen der anhaltenden Marktschwäche einen Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent im laufenden Geschäftsquartal angekündigt. Der Aktienkurs gab um rund fünf Prozent auf 2,80 Dollar nach.

Der Aktienkurs des Mobilfunkanbieters Sprint PCS Group fiel um 6,7 Prozent auf 5,99 Dollar. Zuvor hatte der nach der Teilnehmerzahl größte Netzwerkpartner Alamosa Holdings seine Erwartungen zum Kundenwachstum für das zweite Quartal gesenkt.

Dagegen stiegen die Titel des Computerkonzerns IBM gegen den Trend um rund 1,3 Prozent auf 75,60 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es habe ein Programm zur automatischen Abwicklung von Krankenversicherungs-Abrechnungen entwickelt, das Verwaltungskosten sparen könne. Die Versicherung Empire Blue Cross and Blue Shield wolle den Dienst als erstes Unternehmen nutzen.

Die Papiere des Mischkonzerns Tyco sprangen um rund 36 Prozent höher auf 13,80 Dollar und waren sowohl der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange als auch der größte prozentuale Gewinner. Das Unternehmen hatte die Genehmigung der Behörden zum Verkauf seiner Finanztochter CIT erhalten. Dies habe die Nachrichten über eine Ausweitung der Ermittlungen über die Bilanzierungsmethoden des Unternehmens zunächst in den Hintergrund gedrängt, sagten Händler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,41 Milliarden Aktien den Besitzer. 1229 Werte legten zu, 1960 gaben nach und 193 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 1271 im Plus, 2137 im Minus und 268 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 99-25/32. Sie rentierten mit 4,901 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 22/32 auf 98-08/32 und hatten eine Rendite von 5,495 Prozent.

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