IBM Quartalsgewinn gesunken
Wall Street gibt im Stimmungs-Mix nach

Die US-Märkte konnten ihre Rally zur Wochenmitte nicht fortsetzen - zu unterschiedlich waren die Quartalszahlen einiger Dow- und Tech-Unternehmen. Nicht nur die Quartalszahlen von mehr als hundert Unternehmen fielen gemischt aus, auch ein Statement von Alan Greenspan hatte seine positiven und negativen Seiten.

Der Dow Jones Index beendete den Handelstag mit einem Minus von 80 Punkten oder 0,8 % auf 10221 Punkten. Die Nasdaq schloss mit sechs Zählern im Minus auf 1811 Punkten.

Nicht nur die Quartalszahlen von mehr als hundert Unternehmen fielen am Mittwoch gemischt aus, auch ein Statement von Notenbankchef Alan Greenspan zur US-Konjunktur hatte seine positiven und negativen Seiten. Zwar sieht Greenspan keinen Handlungsbedarf, was die Zinspolitik der Notenbank betrifft, doch erteilte er damit erneut den optimistischen Auguren eine Absage. Eine Stabilisierung des ökonomischen Umfelds zeichne sich nach wie vor nur langsam ab. Es gelte weiter, den Verbraucher im Auge zu behalten, da nur eine starke Endnachfrage die Konjunktur ankurbeln könne.

Von den fünf Dow-Unternehmen, die seit dem Vorabend Quartalszahlen vorgelegt hatten, enttäuschten vor allem Boeing und United Technologies. Der Flugzeug- und Rüstungskonzern hat die Erwartungen der Wall Street deutlich verfehlt. Einen optimistischen Ausblick für 2002 und 2003 behält man bei, das Management hofft auf ein nachhaltiges Wachstum im Rüstungsbereich, das die zu erwartende Schwäche in der Flugzeugsparte ausgleichen solle. Die Aktie verlor jedoch 7 %. United Technologies verlor 4,4 %, nachdem Anleger vom schwachen Umsatz des Industrie-Mischkonzerns enttäuscht waren.

Ins Minus zog es zur Wochenmitte auch den weltgrößten Genussmittelkonzern: Philip Morris hat die Erwartungen der Analysten geschlagen. Vor allem im Bereich Zigaretten - Philip Morris steckt hinter Marken wie Marlboro und hat einen Marktanteil von mehr als 50 % - habe man stark zugelegt, heißt es. Die Aktie verbilligte sich dennoch um 0,6 %. Ebenfalls auf der Verliererseite schloss IBM. Der Computerkonzern verlor 2,3 %, während Anleger und Analysten auf die Zahlen zum abgelaufenen Viertel warteten. Positive Analystenkommentare zu einem Joint Venture mit Hitachi konnten dem Kurs am Mittwoch nicht helfen.

So viel Druck konnten auch JP Morgan und Intel nicht wettmachen. Das zweitgrößte US-Finanzinstitut hat die Konsensschätzung der Analysten geschlagen hat. Zwar hatten diese ihre Prognosen mehrfach nach unten revidiert, nachdem JP Morgan durch die Enron-Pleite und die Argentinienkrise mehrere hundert Millionen Dollar verloren hatte, zunächst sind Anleger aber wieder zufrieden und kaufen das zuletzt gebeutelte Papier. Die Aktie verbesserte sich um 4,9 %.

Mit einem Plus von 4,2 % stützte der Chipriese Intel den Index. Trotz leichter Gewinneinbußen schnitt die Nummer Eins der Branche mit einem Anteilsplus von 15 Cent im Rahmen der Erwartungen ab. Anlegern freuen sich über ein Umsatzplus im Jahresvergleich - das erste seit fünf Quartalen. Nahezu alle großen Brokerhäuser setzten ihre Gewinnerwartungen für Intel herauf.

Im Fahrwasser des Branchenführers ging es auch für andere Chipwerte aufwärts. Texas Instrument legt nach den Dienstagsgewinnen erneut 2 % zu. RF Micro Devices verbesserte sich um 1,2 %, nachdem das Unternehmen seinerseits starke Zahlen gemeldet hatte. Mit einem Umsatzwachstum um 85 % schaffte der Handychip-Hersteller den Sprung in die Gewinnzone. "Das Handygeschäft läuft deutlich besser, wir erwarten anhaltend starke Umsätze", sagt CEO Dean Priddy.

Auch beim Handy-Hersteller Motorola ging es aufwärts. Zwar hatte das Unternehmen am Vorabend den fünften Quartalverlust in Folge gemeldet. Doch kündigt CEO Christopher Galvin für das zweite Halbjahr 2002 schwarze Zahlen an und verspricht einen Gewinn für das Gesamtjahr. Analysten sind gelassen: "Wo wir eine Erholung erwartet hatten, ist sie eingetreten, wo wir keine Erholung erwartet hatten ist keine eingetreten", sagt Ed Snyder, Analyst von JP Morgan. Motorola verbesserte sich um 8,5 %.

Auf dem absteigenden Ast handelte Veritas Software. Das Unternehmen hatte die Prognosen für die nächsten drei Monate und das Jahr drastisch zurückgefahren. "Der Ausblick hat mich richtig erschreckt. Man fragt sich, ob wir wirklich den Boden erreicht haben, meint Tom Berquist, Analyst von Goldman Sachs. Die Kollegen von Bear Stearns stuften den Titel ab, Veritas verlor 16 %.

Mit Veritas fiel der gesamte Software-Sektor, die Branche rutschte um 3,8 % ab. Kurz vor ihren jeweiligen Quartalskonferenzen gab Microsoft 2 % ab, Siebel Systems verlor 9 %. CEO Tom Siebel hatte Anleger Ende vergangener Woche bereits mit pessimistischen Kommentaren verunsichert, Investoren zogen sich nun zurück.

Dafür fanden sich Käufer für Ford. Die Aktie verbesserte sich um 2,2 %, nachdem der zweitgrößte US-Autobauer zwar erneut einen Verlust gemeldet, aber die Analystenerwartungen aber deutlich geschlagen hat. Diese hatten auf ein Anteilsminus von 15 Cent gelautet. Ford fuhr tatsächlich ein Minus von nur 6 Cent pro Anteil ein. Trotz einem Absatzminus von 6 % hofft Unternehmenschef Bill Ford, bis Jahresende schwarze Zahlen schreiben zu können.

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