IBM und 3M kosten den Dow Jones Index Punkte
Wall Street präsentiert sich uneinheitlich

Im Vorfeld der Notenbanksitzung präsentieren sich Amerikas wichtigste Aktienindizes uneinheitlich. Während sich der Nasdaq Index in der Gewinnzone behauptet, dreht der Dow Jones Index nach Handelseröffnung ins Minus. Zu den größten Nasdaq Gewinnern gehören im frühen Handel Cisco Systems, Microsoft und Oracle. IBM und 3M kosten dagegen den Dow Jones Index Punkte.

Die wichtigste Frage am Morgen lautet: Wird Notenbank-Chef Alan Greenspan die US-Leitzinsen um 50 oder 75 Basispunkte senken? Kaum ein Marktteilnehmer befürchtet, dass "Big Al" die Zinsen vielleicht gar nicht senken könnte. Es bleibt spannend.

Denn "der Markt soll sich nicht zu sicher sein", warnt ein Analyst vom Brokerhaus Merrill Lynch. Die Notenbank wolle auf keinen Fall als der Retter des Aktienmarktes da stehen. Sie wird sich in ihrer Entscheidung auf ökonomische Daten stützten müssen. Und diese zeigen, dass das Verbrauchervertrauen tendenziell nicht weiter sinkt. Auch die Anzahl der Automobilverkäufe entwickelt sich nicht so stark rückläufig wie befürchtet. Was sollte Alan Greenspan also dazu veranlassen, die Leitzinsen um mehr als 50 Basispunkte zu reduzieren?

Wie wird der Markt nun bei einer Zinssenkung reagieren? Ralph Acampora, technischer Analyst von Prudential Securities, prophezeit eine kurzfristige Rally. Der Markt sei überverkauft, und Greenspan werde mit einer Zinssenkung heute seinen Beitrag leisten. Doch wie lange die Hausse andaure, sei fraglich. Denn der Boden sei noch nicht gefunden. Das könne noch drei bis sechs Monate dauern, so Acampora.

Goldman Sachs konnte Umsatz steigern

Goldman Sachs beflügelt den Sektor der Brokerhäuser mit zufriedenstellenden Quartalsergebnisse. Dem drittgrößten Brokerhaus der USA machen die schlechte US-Wirtschaftslage und die kränkelnden Aktienmärkte zu schaffen. Goldman Sachs konnte zwar den Umsatz im vergangenen Quartal von 4,5 Mrd. auf 4,7 Mrd. Dollar steigern. Doch ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 13 % auf 1,40 $ pro Aktie zurück. Goldman erfüllt damit die erst kürzlich von anderen Analystenhäusern reduzierten Erwartungen. Neben Goldman Sachs werden in dieser Woche auch weitere Brokerhäuser Quartalsergebnisse melden.

Unter Druck gerät heute der Elektroniksektor. Nachdem Solectron gestern zwar zufriedenstellende Quartalszahlen meldete, machte der Elektronikkonzern auf das trübe dritte Quartal aufmerksam. Nun begutachten Analysten die Branche. Die Experten von Credit Suisse First Boston warnen, der Sektor für Elektronik befinde sich in dem schlechtesten wirtschaftlichen Umfeld seit 30 Jahren. Die Analysten stufen das Kursziel für Solectrons Konkurrent Flextronic von 48 auf 42 $ ab. Auch Celestica wird abgestuft.

Merrill Lynch bewertet Micron positiv

Solectron selber leidet unter der sinkenden Auftragszahl von Großkunden wie Cisco, Nortel und IBM und muss die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal reduzieren. Als Gegenmaßnahme plant Solectron 8 200 Arbeitsplätze einzusparen, was etwa 10 % der gesamten Belegschaft entspricht. Lehman Brothers stuft Solectron weiterhin mit "kaufen" ein. Das Kursziel wird von 49 auf 29 $ pro Aktie gesenkt.

Chiphersteller Micron dürfte von positiven Analystenkommentaren von Merrill Lynch profitierten. Im Vorfeld der Quartalsergebnisse äußert das Brokerhaus positiv. Nach Zeiten eines unruhigen Preisumfeldes beginnen sich die Preise nun wieder zu stabilisieren, so die Analysten von Merrill Lynch.

UBS Warburg nimmt American Express erneut unter die Lupe. Das Kreditkartenunternehmen habe mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen. Die Analysten reduzieren die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr als auch einzelne Quartale. Langfristig bestätigen sie die Aktie jedoch auf "kaufen".

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