"Ich bin Frau der Lage"
Merkel will bei Zeitplan für Kanzlerkandidaten bleiben

CDU-Vorsitzende Angela Merkel hält als Zeitpunkt der Wahl des Kanzlerkandidaten der Union an den Anfang kommenden Jahres fest. "Es geht Anfang 2002 um die Frage, wer kann mit der größten Wahrscheinlichkeit Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden", sagte sie am Samstag bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung "halb 12 - Eser und Gäste".

Reuters BERLIN. Wichtigstes Kriterium werde sein, "ein möglichst großes Maß an Stammwählern zu mobilisieren und gleichzeitig Wechselwähler anzusprechen". Die beiden Vorsitzenden der Unionsparteien, sie und CSU-Chef Edmund Stoiber, würden dann Anfang 2002 ihren Gremien einen entsprechenden Vorschlag für die Kanzlerkandidatur vorlegen. In der Union waren in den vergangenen Tagen erneut Stimmen laut geworden, die eine frühere Bestimmung des Kanzlerkandidaten forderten.

"Wir haben uns einen Zeitplan überlegt, der für unseren Wettbewerber mindestens genau so schwierig ist wie für unsere eigene Partei", sagte Merkel. Mit Stoiber sei sie sich einig, dass daran nicht gerüttelt werden sollte. Beide Politiker gelten als mögliche Spitzenkandidaten.

Nach Merkels Worten sollte nach der Kür des Spitzenkandidaten eine Kernmannschaft für den Bundestagswahlkampf im Herbst 2002 aufgestellt werden. Ungeachtet dessen werde sie auch vorher weiter daran arbeiten, bestimmte Inhalte mit bestimmten Personen in der CDU stärker zu verbinden. Sie nannte in diesem Zusammenhang den früheren Parteichef Wolfgang Schäuble, den hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch, Saarlands Regierungschef Peter Müller sowie die CDU-Politiker Jürgen Rüttgers und Christian Wulff.

Über das Thema, mit dem die Union in den Wahlkampf ziehen werde, sei noch nicht entschieden, sagte Merkel. Vor den Anschlägen vom 11. September hätte mit Sicherheit die Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit im Zentrum gestanden. Nach diesem Datum allerdings könne es sein, dass man stärker Grundlagen und Grundwerte der Gesellschaft verbunden mit der Gewährleistung innerer und äußerer Sicherheit in den Vordergrund schieben werde.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der "Bild am Sonntag" glauben nur 14 % der Bundesbürger, dass Merkel die CDU aus ihrer Krise führen kann. Bessere Werte erhielt der Ex-Parteivorsitzende Wolfgang Schäuble, dem dies 17 % der Befragten zutrauen. Der Chef der Union im Bundestag, Friedrich Merz erhielt bei der Umfrage sieben Prozent der Stimmen. Für die Umfrage wurden tausend Bürger befragt.

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