„Ich bin ja ein konservativer Fahrer“
Autotest: Rasante Mittagspause

Accenture-Deutschlandchef Stephan Scholtissek testet den Mazda RX-8 mit Wankelmotor. Sein Fazit: Ein Auto jenseits des Massengeschmacks.

Behäbig zuckelt die Mercedes-Limousine durch die engen Straßen des Taunusdorfs. Stephan Scholtissek hängt dahinter am Steuer des Mazda RX-8 fest und wird langsam nervös. Als an einer langen Steigung endlich das Ortsschild mit dem roten Querbalken in Sicht kommt, will er?s wissen. "Jetzt schauen wir doch mal", murmelt er, schaltet runter, zieht links raus und gibt beherzt Gas.

Freudig röhrt der Motor auf, und der Mazda fliegt am Mercedes vorbei den Berg hinauf. Anerkennend nickt Scholtissek - und bricht dann in lautes Lachen aus. "Was die wohl gedacht haben", gluckst er, und gibt einen Tipp ab: "Diese bescheuerten Yuppies, haben die am helllichten Tag nix zu arbeiten?" Doch, die Testfahrt macht dem Deutschlandchef der Unternehmensberatung Accenture Spaß.

Und das, obwohl der RX-8 nach eigenem Bekunden nicht seine Art Auto ist. Zu auffällig. "Ich bin ja ein konservativer Fahrer", sagt er gleich, als er vor dem Auto steht, "Hauptsache schnell". Seine liebsten Autos sind darum auch die, denen man ihre Kraft und Sportlichkeit nicht ansieht. So wie sein Audi A6 Quattro, 200 PS im schlichten Ingolstädter Blechkleid. Dass sein erstes Auto ein Ford Capri war, kann man da als Jugendsünde abbuchen.

Mit seinen breiten Reifen, kantigen Radkästen und dem sportlichen Schnitt passt der Mazda nicht ins Schema. Aber er gefällt doch. Vor allem die ungewöhnliche Türlösung sticht Scholtissek auf dem Parkplatz vor der schicken Kronberger Accenture-Zentrale sofort ins Auge: Von außen wirkt das Auto wie ein Zweitürer, doch stehen die Vordertüren erst einmal offen, lassen sich in Gegenrichtung halb so breite Hintertüren aufklappen. Ein Gestaltungsgag mit Hintersinn: So lassen sich die Hintersitze bequem besteigen und aus dem Sportflitzer wird ein echter Viersitzer.

Nicht allerdings für Menschen von Scholtisseks Format. Weder passt der Ein-Meter-Neunzig-Mann bequem hinten rein, noch bleibt hinter dem Fahrersitz mehr Platz als für ein Grundschulkind, wenn er die Lehne so weit nach hinten kippt, dass er genügend Kopffreiheit hat.

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