„Ich bin stolz, dass ich Termühlen geholfen habe“: SAP-Gründer Hopp weist Untreue-Vorwurf zurück

„Ich bin stolz, dass ich Termühlen geholfen habe“
SAP-Gründer Hopp weist Untreue-Vorwurf zurück

SAP-Gründer Dietmar Hopp hat den Untreue-Vorwurf der Staatsanwaltschaft Mannheim gegenüber seiner gemeinnützigen Dietmar-Hopp-Stiftung zurückgewiesen. Er wirft der Behörde eine Kampagne gegen den Finanzdienstleister MLP vor.

Reuters WALLDORF. Hopp, der auch dem Aufsichtsrat von MLP angehört, sagte am Dienstag in Walldorf, er habe für einen Kredit von MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen mit rund 29 Mill. ? gebürgt und dafür als Sicherheit SAP-Aktien aus dem Besitz der Stiftung hinterlegt. Die Staatsanwaltschaft hatte Hopps Wohnung und Büro durchsucht, weil sie ihm deswegen Untreue gegenüber der Stiftung vorwirft. Termühlen brauchte das Geld, um selbst für Mitarbeiter einzustehen, die MLP-Aktien zu hohen Kursen gekauft und nach dem Kursverfall in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, sagte Hopp. "Ich bin stolz, dass ich ihm geholfen habe", fügte er hinzu. Den Umweg über die Stiftung sei er vor allem deswegen gegangen, um dieser den Erlös aus der Avalprovision für die Bürgschaft von 350 000 ? pro Jahr zugute kommen zu lassen.

SAP-Aufsichtsratschef Hopp wirft den Ermittlern vor, die Razzia sei unnötig gewesen. "Ein Anruf hätte genügt", sagte er. Die Justizbehörden hätten vielmehr offenbar versucht, bei ihm belastendes Material gegen MLP zu finden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten gegen den Finanzdienstleister wegen des Verdachts der Bilanzfälschung. "Die Staatsanwaltschaft ist auf Vernichtungsfeldzug gegen MLP", schimpfte Hopp. Oberstaatsanwalt Hubert Jobski wies dies zurück. Spekulationen Hopps über andere Motive seien abwegig. Der Untreue-Verdacht werde "gründlich und zügig geprüft", sagte Jobski.

Termühlen, der selbst rund 14 % der MLP-Anteile hält, hatte nach dem drastischen Kursverfall der Aktien nach Angaben des Unternehmens mit 15 Mill. ? für Berater gebürgt, die selbst massiv MLP-Anteile gekauft und in Geldnot geraten waren. Termühlen hatte als Sicherheit eigene MLP-Papiere hinterlegt, die aber weiter an Wert verloren. Die Bank habe daher weitere Sicherheiten verlangt und gedroht, die verpfändeten Aktien von Termühlen andernfalls zu verkaufen, sagte Hopp.

Hopp sei daraufhin mit SAP-Anteilen im Wert von 29 Mill. ? aus dem Eigentum der Stiftung als Bürge eingesprungen. Für ein theoretisches Ausfallrisiko habe er aber mit seinem gesamten Privatvermögen gehaftet. Für die Stiftung sei das Geschäft daher völlig risikolos gewesen, sagte Hopp. Insgesamt seien nur drei Prozent des Stiftungsvermögens verpfändet worden. In der Zwischenzeit sei die Bürgschaft auf 15 Mill. ? reduziert worden.

Die gemeinnützige Dietmar-Hopp-Stiftung GmbH hält rund 8,9 % des Grundkapitals von SAP. Erst vor kurzem hatte sie der Universität Mannheim zehn Mill. ? gespendet. Über weitere Unternehmen und seine Familie sind Hopp insgesamt 13,3 % der SAP-Aktien zuzurechnen. Im Juli hatte er für sich und seine Söhne für 2,93 Mill. ? MLP-Aktien zugekauft, die seither aber mehr als zwei Drittel ihres Wertes verloren haben.

Hopp erhob schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft, die ihm am vergangenen Donnerstag heimgesucht hatte. "Sie hat sich ungewollt zum Komplizen der Hedge-Fonds gemacht", sagte er Reuters. Hedge-Fonds hatten seit dem Lautwerden der Vorwürfe gegen MLP in größerem Stil Aktien des Finanzdienstleisters leer verkauft, um so von einem weiteren Kursverfall zu profitieren. Aktionärsschützer und das Anlegermagazin "Börse Online" hatten derweil MLP weiter unter Beschuss genommen.

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