„Ich bin überglücklich“
Boris muss sein Sparschwein nicht schlachten

Der frühere Tennisstar Boris Becker sieht sich nach seiner Steueraffäre nicht in Geldnöten. "Ich habe ein paar Mark weniger, aber mir geht es immer noch gut", sagte Becker am Donnerstagabend in der ARD-Sendung "Beckmann spezial".

HB/dpa HAMBURG/MÜNCHEN. Finanzielle Sorgen wegen seiner Scheidung, den Unterhaltszahlungen für seine Kinder und Steuernachzahlungen von rund 3,1 Millionen Euro gebe es nicht. Becker war am Donnerstag vor dem Landgericht München I wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss der Leimener Auflagen von insgesamt 500 000 Euro leisten.

Für ihn beginne jetzt ein neues Leben, betonte Becker im Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Allein schon, weil ich wirklich frei bin. Endlich wache ich am Morgen auf und muss nie mehr diese Angst spüren." Er sei sehr erleichtert, dass die Strafe auf Bewährung ausgesetzt ist. "Es wäre für mich gar nicht auszumalen gewesen, hätte ich ins Gefängnis gemusst. Ich bin überglücklich." Es sei "generell hart" gewesen. "Du sitzt vor Gericht und es entscheiden da irgendwelche Personen über dein Leben, über deine Zukunft, ob du in Freiheit weiterleben kannst. Und da merkt man, dass man doch nur irgendwo ein ganz kleines Licht ist."

Die Zitterpartie ist für den früheren Tennis-Star jedoch noch nicht ganz ausgestanden. Die Staatsanwaltschaft hält sich weiter die Frage offen, ob sie gegen die zweijährige Bewährungsstrafe Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegen wird. Die Entscheidung darüber werde erst an diesem Montag oder Dienstag endgültig fallen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I am Freitag. Sollte die Staatsanwaltschaft das Urteil anfechten und der BGH ein härteres Urteil für nötig halten, könnte Becker möglicherweise doch noch hinter Gitter kommen. Nur bei einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren Haft ist eine Strafaussetzung zur Bewährung möglich.

Becker hatte das Urteil noch im Gerichtssaal akzeptiert und erklärt, er werde dagegen keine Rechtsmittel einlegen. Der 34-Jährige bezifferte in der Sendung "Beckmann" die ursprünglichen Forderungen des Finanzamtes an ihn auf 20 bis 30 Millionen Mark. Harsche Kritik übte er an dem Vorgehen der Steuerfahnder und der Berichterstattung über seinen Fall in den Medien. "Ich verteidige mein Land im Ausland und hier wird mir zwischen die Beine gehauen", sagte er. Und weiter: "Die Vorverurteilung, die in diesem Land passiert ist, meiner Person, das war unter aller Sau."

In Zukunft wolle er sich wieder mehr seinem Privatleben widmen. "Es ist nicht meine Idealvorstellung, als ruheloser Wolf alleine durch die Städte und Länder zu ziehen und jeden Abend nach einer Beute zu suchen", sagte er. Aber das werde sich auch wieder legen. "Wenn das sich wieder beruhigt hat, dann wird auch das Privatleben wieder nachgeholt und dann gibt es bestimmt auch wieder eine ernsthafte Beziehung", meinte Becker, der nach seiner Scheidung mehrere gescheiterte Liasons hatte.

Zu seiner Ex-Frau Barbara, die mit den beiden Söhnen in Miami lebt, habe er nach wie vor guten Kontakt. "Zum Glück waren sie in Miami, damit sie nicht den ganzen Lärm hier mitbekommen", sagte er bei "Beckmann". Er hoffe, dass seine Kinder in den USA bleiben werden, damit sie wie "ganz gewöhnliche Jungs" aufwachsen können. Seine uneheliche Tochter Anna aus der kurzen Affäre mit dem Fotomodell Angela Ermakowa habe er mittlerweile besucht.

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