"Ich brauchte ein neues Ziel"
Fitness: Das magische Dreieck

Berater und Triathlet Erwin Lammenett sieht zwischen sportlichem Ehrgeiz und Wohlgefühl keinen Widerspruch.

Herr Lammenett, am Samstag wollen Sie sich in Brasilien für den Iron-Man auf Hawaii im Oktober qualifizieren. Sie haben eine Frau, zwei Kinder und als Unternehmensberater mindestens eine 50-Stunden-Arbeitswoche. Warum dieser Ehrgeiz, jetzt noch den Iron-Man auf Hawaii zu finishen?

Lammenett: Ausschlaggebend waren meine körperlichen Defizite. Vor wenigen Jahren wog ich bei einer Größe von 1,80 Meter 101 Kilo. Mein Arzt diagnostizierte mir zu diesem Zeitpunkt neben Kurzatmigkeit auch miserable Blutwerte. Mein Leben bestand damals aus sehr viel Arbeit. Die wenige Freizeit, die ich hatte, habe ich mit meiner Familie verbracht. Als sich dann noch ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen entwickelten, war für mich die Zeit gekommen gegenzusteuern. Mein sportlicher Ehrgeiz half mir aus der Sackgasse.

Aber hätte nicht gemütliches Joggen zu Ihrem körperlichen Wohlbefinden beigetragen, musste es gleich der Triathlon sein?

Das hat sich nach und nach entwickelt. Ich habe mit Radfahren begonnen und diesen Sport dann mit dem Laufen abgewechselt. Nach drei Monaten war ich auf 85 Kilogramm runter - das lag natürlich auch daran, dass ich einfach weniger gegessen habe.

85 Kilogramm, das wäre doch der richtige Zeitpunkt für Sie gewesen, mit Ihrem Sportprogramm aufzuhören - Sie müssten sich doch zu diesem Zeitpunkt schon wohl gefühlt haben?

Mir war das zu langweilig, ich brauchte ein neues Ziel. Beim Triathlon bin ich dann relativ schnell gelandet. Die Gründe: Radfahren war mir auf Dauer zu einseitig, Laufen allein zu verletzungsanfällig, Schwimmen ist dagegen ein gelenkschonender Ausgleichssport. So kam ich zum Triathlon. Als ich damit begann, setzte ich mir zum Ziel, mit 40 Jahren einen Iron-Man unter zwölf Stunden zu absolvieren. Das habe ich auch geschafft.

Iron-Man, das heißt: 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren, 42,195 Kilometer laufen. Das bewältigt man nicht von heute auf morgen. Sie müssen trainiert haben wie ein (Hobby-)Weltmeister. Was sagte Ihre Familie, wenn Papa nach Hause kam und sich gleich das Sportdress überzog?

Das war keine einfache Angelegenheit. Um einen Iron-Man zu finishen, sind zehn Trainingsstunden in der Woche Pflicht. Am Anfang schien mir das ein sinnloses Unterfangen. Ich wollte nämlich auf keinen Fall, dass meine Familie unter meinen sportlichen Aktivitäten leidet.

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