"Ich habe über viele Jahre um Licht und Sonne gekämpft - leider vergebens"
Abschiedsbrief Hannelore Kohls veröffentlicht

Der Abschiedsbrief der freiwillig aus dem Leben geschiedenen Hannelore Kohl an ihren Mann, Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU), ist am Sonntag auszugsweise veröffentlicht worden. Dies geschehe mit Einverständnis der Familie Kohl, um "unwürdige Spekulationen und offenbar von Hass diktierte Verleumdungen zu beenden", heißt es in einem Beitrag des Historikers Theo Schwarzmüller für die "Welt am Sonntag".

Reuters BERLIN. Schwarzmüller war nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten der häufigste Gast im Hause Kohl, weil er dem Altbundeskanzler als Berater beim Verfassen seiner Memoiren hilft. Die an einer Lichtallergie leidende Hannelore Kohl nahm sich in der Nacht zum 5. Juli das Leben.

In den veröffentlichten Passagen ihres Abschiedsbriefs an ihren Mann heißt es: "Ich danke Dir für viel Hilfe, Zuspruch und Deine Versuche, mein Leben zu erleichtern. Zusammen mit Dir habe ich viele gute Jahre gehabt, und auch schlechte Zeiten haben wir durchgestanden. Ich danke Dir für ein Leben mit Dir und an Deiner Seite - voller Ereignisse, Liebe, Glück und Zufriedenheit. Ich liebe Dich und bewundere Deine Kraft. Möge sie Dir erhalten bleiben. Du hast noch viel zu tun." Zu ihrem Kampf gegen ihre Krankheit schrieb Hannelore Kohl dem Historiker zufolge: "Ich habe über viele Jahre um Licht und Sonne gekämpft - leider vergebens."

Als Begründung für die Veröffentlichung nannte Schwarzmüller: "Einschlägige Magazine aus Hamburg haben noch vor der Trauerfeier für Hannelore Kohl im Speyerer Dom millionenfach Zweifel an ihrer Krankheit verbreitet und die bösartige Parole ausgegeben, der ohnehin zu allen Schandtaten fähige Helmut Kohl habe seine arme Frau in den Selbstmord getrieben." Entgegen allen Spekulationen bleibe aber festzuhalten, "dass die Eheleute sich liebevoll, ja rührend umeinander kümmerten". Hannelore Kohl habe ihrem heftig attackierten Ehemann bis zuletzt tapfer und treu zur Seite gestanden.

"Gemeinsam setzte sich das Ehepaar gegen übles Geschwätz zur Wehr", heißt es weiter. Es sei Hannelore Kohl eine Affäre angedichtet und das Gerücht verbreitet worden, sie habe ihren Ehemann längst verlassen.

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