„Ich liebe Aston Martin“
Der Luxus-Agent

Thierry Nataf ist für die Uhrenmanufaktur Zenith wie das Herz einer Uhr: die Unruh.

Ein drahtiger Typ. Irgendwie smart mit dem glänzenden dunklen Haar und auch soft mit den großen dunklen Augen. An wen erinnert er nur? Robbie Williams? "Ich liebe Aston Martin", gesteht der Mann - na klar, ein bisschen sieht er ja auch aus wie der junge Sean Connery, mit dem er diese Autoleidenschaft teilt. Doch Thierry Nataf ist nicht für den Geheimdienst Ihrer Majestät unterwegs, obwohl man - und erst recht frau - ihn sich sogar in dieser Rolle vorstellen könnte. Er ist eher ein Agent des Welt-Luxus-Konzerns LVMH. Im Allgemeinen. Im Besonderen steht er in Diensten der Uhrenmarke Zenith.

"Ich stamme aus einer internationalen Familie", erzählt Thierry Nataf, der in verschiedenen Teilen der Welt aufwuchs, mehrere Sprachen spricht und an französischen und amerikanischen Universitäten studierte. Von Hause aus ist er Ingenieur, hat dazu einen Doktortitel in Marketing und Corporate Management - ist also eigentlich wie geschaffen fürs Uhrengeschäft. Besser noch fürs Luxusuhrengeschäft. Und doch begann seine Karriere in den USA in Branchen wie Elektronik und Reiseartikel.

Noch keine 40 Jahre alt ist Tausendsassa Thierry. Ein Alter, wo ein Mann auf dem Zenit sein sollte, sein will, sein muss. Nataf scheint tatsächlich dort angekommen zu sein. Nachdem er bei LVMH zuerst den prickelnden Job eines Vizepräsidenten der Champagnerfirma Veuve Clicquot Ponsardin innehatte, kam er 2001 als Generaldirektor zur Schweizer Uhrenmanufaktur Zenith International SA. Seit 2002 ist er deren Präsident. Den Firmennamen spricht er so aus, dass die erste Silbe leicht fernöstlich klingt: Zen. "Yin und Yang" sind für ihn Uhrsache und Wirkung.

Ein wenig fernöstliche Gelassenheit braucht er auch für die Herausforderung Zenith. Denn Anfang des 3. Jahrtausends war der Glanz des Unternehmens, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts ehrfurchtsvoll "La Grande Maison" genannt wurde, ziemlich angestaubt.

Zenith vermarktete jahrzehntelang vor allem innere Werte: die legendären Uhrwerke El Primero und Elite. Auch in Rolex-Uhren schlug viele Jahre ein Zenith-Herz. Dagegen wurde das Outfit der eigenen Uhren, ihr Design, vernachlässigt. Dann kam Nataf, um wie ein Prinz die schlafende Schönheit zu wecken. Schön ist sie inzwischen wieder, die Marke, apart - vielleicht noch ein bisschen schläfrig, wenn man sich neben den Zifferblättern die Geschäftszahlen anschaut.

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