"Ich sah mich selbst als Nothelfer"
Flowtex-Prozess: Geständnis des vierten Angeklagten

Im Flowtex-Prozess hat auch der Angeklagte Karl Schmitz eine Beteiligung an dem Milliardenbetrug gestanden.

dpa MANNHEIM. Er sei in das kriminelle Unrecht tief verstrickt gewesen, sagte der ehemalige Finanzchef von Flowtex am Donnerstag vor dem Mannheimer Landgericht. Auch mit seiner Hilfe seien "Luftgeschäfte" gemacht worden. Bislang hatte Schmitz die Vorwürfe bestritten.

Die anderen drei Angeklagten, die ehemaligen Flowtex-Bosse Manfred Schmider und Klaus Kleiser sowie die Ex-Managerin Angelika Neumann, hatten zuvor bereits umfassende Geständnisse abgelegt. Im größten Wirtschaftsbetrug der deutschen Nachkriegszeit sollen die Angeklagten durch Scheingeschäfte mit etwa 3000 Bohrsystemen, die nur auf dem Papier existierten, einen Schaden von rund vier Mrd. DM (2 Mrd Euro) verursacht haben. Schmitz, der nach 27-jähriger Tätigkeit für eine Bank 1997 zu Flow-Tex gekommen war, soll den Chefs zudem dabei geholfen haben, eine faule Anleihe am Kapitalmarkt zu platzieren.

Schmitz sagte, er sei "beunruhigt" gewesen, als er erstmals von Schmider über die Hintergründe informiert worden sei. Er habe aber geglaubt, die Situation lösen zu können. Dass er selbst in kriminelle Aktivitäten verstrickt würde, habe er ausgeschlossen. "Ich sah mich selbst als Nothelfer, der den in der Vergangenheit angerichteten Schaden beheben könnte." Er habe erst jetzt gestanden, da er mit sich habe ins Reine kommen müssen. Nachdem er die Affäre bemerkt habe, habe Schmider ihm drei Mill. DM auf ein Schweizer Konto überwiesen, das er - Schmitz - unter dem Namen seiner Mutter eröffnet habe.

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