"Ich sehe keinen frischen Wind"
Tröger sieht sich als Opfer einer Kampagne

Der abgewählte NOK-Präsident Walther Tröger sieht sich als Opfer einer Kampagne und macht dafür wesentlich seinen IOC - Kollegen Thomas Bach verantwortlich.

HB/dpa HAMBURG. "Natürlich ist diese Kampagne bitter. Wie dieses Ergebnis zu Stande gekommen ist, wie dabei Medien instrumentalisiert worden sind, das kann ich nur schwer hinnehmen", sagte der 73-Jährige in einem Gespräch mit der "Berliner Zeitung".

Tröger sieht im IOC-Vizepräsidenten Bach denjenigen, der im Hintergrund wesentlich zur Niederlage beigetragen hat. "Es war der Mann, der mich seit zehn Jahren bekämpft", behauptet Tröger. Er hatte am Sonntag in Nürnberg die Abstimmung in der Hauptversammlung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) mit 56:69 Stimmen gegen den neuen Präsidenten verloren.

Er habe sich vor der Wahl darauf eingestellt, dass "unter objektiven Voraussetzungen entschieden wird. Aber diese Voraussetzungen waren offenbar nicht gegeben". Er wolle nicht "von Wortbruch sprechen. Aber ich hatte eigentlich Aussagen von anderen Wählern, die mich ermutigt hatten - die mir gesagt hatten, es gebe gar keine anderen Wahl als mich. Ich habe mich ein bisschen darauf verlassen." Es werde "nirgends so viel gelogen wie bei Wahlen".

Durch den Präsidenten-Wechsel zu Steinbach sieht Tröger kaum eine Veränderung. "Es wird ja jetzt häufig von frischem Wind im NOK gesprochen. Ich sehe keinen so frischen Wind. Ich mache eher einen Gegenwind aus. Und diesen Gegenwind habe ich nicht so ernst genommen, dass ich dachte, er könnte gefährlich werden. Das war mein Fehler. Andererseits habe ich auch keine Mittel gegen diesen Gegenwind, weil das eine Charakterfrage ist. Hätte ich einen anderen Charakter, hätte ich doch taktisch ganz anders reagiert", sagte Tröger.

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