"Ich werde Maurice Green schlagen"
US-Sprinter Tim Montgomery träumt von neuem Weltrekord

In punkto flotte Sprüche ist Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Maurice Greene schon vor dem größten WM-Spektakel von Edmonton als schnellster Mann der Welt von US-Landsmann Tim Montgomery entthront worden. "Es wird das größte 100-Meter-Finale aller Zeiten, größer als zu Zeiten von Carl Lewis und Ben Johnson", tönt das "Landei" aus der Provinz von South Carolina vor dem Showdown am Sonntag. Schnelle Männer haben schnelle Beine und schnelle Zungen.

sid EDMONTON. "Ich weiß ganz sicher, dass ich Maurice schlage", attackiert Montgomery die "Kanonenkugel aus Kansas". Damit nicht genug: "Mein Training lässt auf eine Zeit von 9,75 schließen." Greenes Weltrekord steht bei 9,79 Sekunden, Montgomery ist mit 9,84 Sekunden Weltjahresbester und Nummer zwei der ewigen Rangliste. "Wir sind beide schneller gelaufen als Carl und Ben", stellt der 26-Jährige fest. Sprint ist immer auch Sprücheklopfen.

Marion Jones hat verbale Schnellschüsse nicht nötig. Die seit September 1997 (Niederlage gegen Merlene Ottey) in insgesamt 53 Rennen über 100 Meter ungeschlagene Sprint-Königin braucht keine Konkurrenz zu fürchten. Sie kennt nur sich selbst als Gegnerin und die Weltrekorde von Florence Griffith-Joyner als Herausforderung. "Flos Zeiten motivieren mich jeden Tag. Ich möchte die beste Sprinterin aller Zeiten werden", sagt die 25-jährige Amerikanerin.

Die Dreifach-Olympiasiegerin, die sich vor einigen Wochen von ihrem Ehemann C.J. Hunter getrennt hat, erscheint auch über 200 m ungefährdet. Einen Freibrief für die US-Staffel über 4x100 m gibt es aber selbst für den Superstar nicht. Erst nach dem Einzelfinale am Montag erfolgt die Nominierung. Eine vierte Goldchance für Jones könnte sich über 4x400 m ergeben.

Weltrekordler Maurice Green ist angeschlagen

Maurice Greene ist derweil angeschlagen. "Ich bin nicht zufrieden mit diesem Jahr", sagt der Olympiasieger, den seit Wochen eine Sehnenverletzung im linken Knie behindert. Seine Siegessicherheit scheint geschwunden, Greene wirkt ungewöhnlich zahm. Seinen Konter gegen Montgomery hat er schon im Vorfeld gefahren: "Ohne den Wind wäre es eine 9,95 oder 9,96 gewesen", relativierte der Weltrekordler die 9,84 Sekunden Montgomerys bei optimalen Bedingungen in Oslo.

Greene ist 2001 bislang mit 9,90 notiert und hält an seinen erneuten Double-Plänen fest. 1999 in Sevilla hatte er als erster Sprinter bei einer WM Gold über 100 und 200 m gewonnen und seinen dritten Titel in der 4x100-m-Staffel gemeinsam mit Montgomery geholt. "Ich glaube nicht, dass Maurice mit seiner Verletzung die 200 m laufen kann", meint Greenes Trainingskollege Ato Boldon (Trinidad), der lachender Dritter über 100 m werden könnte.

Das Kölner Talent Tim Goebel hofft auf den Einzug ins Halbfinale. "Ein Platz unter den 16 besten Sprintern der Welt wäre toll", sagt der 19 Jahre alte Junioren-EM-Zweite, der sich in dieser Saison auf 10,21 Sekunden verbessert hat. Eine ähnliche Zielsetzung gilt bei den Frauen für die Dortmunderin Gabi Rockmeier, die sich bei der DM in Stuttgart auf 11,17 Sekunden steigerte.

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