„Ich will die Tour gewinnen"
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Abgespeckt, selbstbewusster denn je und mit sieben Helfern zur Unterstützung bläst Jan Ullrich zum Generalangriff auf Lance Armstrong. Nichts anderes als der Sieg bei der 91. Tour de France zählt in diesem Jahr für den Olympiasieger.

HB BONN. Anders als vor seinen bisherigen sechs Tour-Stars verzichtete Ullrich auf Tiefstapelei und sagte seinem wohl ärgsten Widersacher Lance Armstrong (USA) offen den Kampf an: "Ich fühle, dass ich es drauf habe. Ich möchte nicht wieder Zweiter werden, ich will gewinnen. Das ist meine klare Zielstellung", sagte Ullrich in Bonn bei der Präsentation des neunköpfigen T-Mobile-Teams für die am 3. Juli in Lüttich beginnende Frankreich-Schleife. Mit dem Rückenwind aus der Tour de Suisse, die er in diesem Jahr erstmals in seiner Karriere gewann, soll der fünfmalige Triumphator Lance Armstrong entthront werden: "Ich möchte Lance gerne noch einmal bezwingen, solange er da ist. Ihn gilt es zu schlagen, das weiß ich. Und Lance weiß, dass ich sein größter Rivale bin."

2000, 2001 und 2003 hatte der inzwischen 30-Jährige jeweils gegen Armstrong das Nachsehen. 1997 gewann er als erster Deutscher die Tour, bei allen anderen Starts wurde er jeweils Zweiter, seit seinem Debüt 1996 insgesamt fünfmal. Selten hatte Ullrich in der Vergangenheit sein Ziel derart klar formuliert. Eine Tatsache, die Teamchef Walter Godefroot Mut und Hoffnung macht: "Das erinnert mich alles an 1996. Damals hat Bjarne Riis auch im Winter gesagt, dass er die Tour gewinnt. Und so kam es auch."

Das Team T-Mobile setzt voll und ganz auf die Karte Ullrich. Ex-Zeitfahr-Weltmeister Santiago Botero (Kolumbien), der Olympia-Dritte Andreas Klöden (Merdingen), Rolf Aldag (Ahlen), Matthias Kessler (Nürnberg), die beiden Italiener Giuseppe Guerini und Daniele Nardello sowie der Russe Sergej Iwanow sollen sich in den Dienst ihres Kapitäns stellen. Lediglich Erik Zabel kann auf eigene Faust bei den Flachetappen sein Glück versuchen. "Er ist unser Joker", sagte Sportdirektor Mario Kummer. Aber im Vordergrund steht der Toursieg. Den strengen Auswahlkriterien zum Opfer fiel völlig überraschende Cadel Evans.

Ungeachtet seines Erfolgs bei der Österreich-Rundfahrt wurde der Bergspezialist aus Australien und ehemalige Mountainbike- Weltcupsieger durch Iwanow ersetzt. "Cadel ist ein guter Kletterer, aber die Erfahrung ist nicht da. Wir hatten Zweifel, ob er die Höllentour übersteht", begründete Team-Manager Walter Godefroot die überraschende Ausmusterung des vermeintlichen Tour-Neulings.

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