Ideen zu Auf- und Abstiegsregelung wird differenzierter betrachtet
Spitzenclubs gegen Holzhäusers Playoff-Idee

Die Ideen von Bayer Leverkusens Vordenker Wolfgang Holzhäuser zur Steigerung von Attraktivität und Telegenität der Fußball-Bundesliga stoßen bei den Spitzenclubs auf Ablehnung und Skepsis. Vor allem der Vorschlag des Bayer-Geschäftsführers, den Meister zukünftig im Playoff-Modus mit zwei Halbfinal-Partien und einem Endspiel zu küren, findet keine Gegenliebe.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Das ist Blödsinn. Wer nach 34 Spieltagen oben steht, dem kann man die Meisterschaft durch ein schlechtes Spiel nicht wieder wegnehmen", reagierte Bayern - Manager Uli Hoeneß auf entsprechende Äußerungen Holzhäusers in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Auch Borussia Dortmunds Manager Michael Meier hält nichts von diesem Vorschlag: "Ein Finale passt nicht zum Liga-Format. Es verbietet sich, dass die Tagesform am Ende über den Meister entscheidet." Für Hoeneß hat noch ein weiteres Argument Gewicht. "Um die Meisterschaft spielen Mannschaften, die durch Champions League oder UEFA-Pokal schon so stark belastet sind, dass man ihnen nicht noch mehr Spiele aufbürden sollte", meinte er. Deshalb reduziere man schon die Champions-League-Partien durch Wegfall der zweiten Gruppenphase.

Unterschiedlich bewerten Hoeneß und Meier die Überlegung Holzhäusers, eine Relegation zwischen den Tabellen-16. und-17. der Bundesliga und den Zweiten und Dritten der 2. Liga auszutragen. "Relegationsspiele halte ich für gut, das ist eine Möglichkeit, die Erstliga-Tauglichkeit besser nachzuweisen", meinte Hoeneß. Differenzierter begegnet Meier einer Neugestaltung von Auf- und Abstieg: "Es ist ein Vorschlag, der je nach Betroffenheit verschieden gesehen werden kann. Von Seiten der TV-Vermarktung ist dies allerdings eine hochinteressante Sache." Eine solche Relegation hätte größeren Unterhaltungswert.

Tatsächlich zielen die Reformvorschläge Holzhäusers, der auch Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist, vor dem Hintergrund der Lizenzverhandlungen mit den Fernsehanstalten auf eine bessere Vermarktung der Bundesliga. Ihn störe, dass immer gleich von sinkenden TV-Erlösen für den Profi-Fußball die Rede sei, "ohne dass wir darüber nachdenken, wie wir als Liga unser Produkt den Fernsehzuschauern näher bringen, wie wir mehr Spannung und Qualität bieten können".

Angesichts der laufenden Verhandlungen um einen neuen TV-Vertrag hält Meier insgesamt den für die Innovationsvorschläge gewählten Zeitpunkt für kontraproduktiv. "Ich denke, dass es qualifizierte Meinungsäußerungen sind, aber es ist nicht opportun, jetzt diese Diskussion öffentlich anzuzetteln", kritisierte der BVB-Manager seinen Kollegen. "Mich stört es gewaltig, dass wir diskutieren, dass wir unsere Attraktivität steigern müssen, obwohl wir ein attraktives Produkt haben."

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