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IDS Scheer hält an 2001er Prognosen fest

Das Saarbrücker Software- und Beratungsunternehmen IDS Scheer hält trotz des konjunkturellen Umfelds an seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr fest. "Wir sind zuversichtlich, dies auch erreichen zu können", sagte Vorstandssprecher Helmut Kruppke im Gespräch mit Reuters.

Reuters FRANKFURT. Insgesamt plane IDS Scheer im laufenden Jahr ein Wachstum beim Ergebnis vor Steuern (Ebit) und beim Umsatz von 30 %. "Beim Ebit sind wir insbesondere vom Ergebnis unseres Lizenzgeschäfts abhängig", sagte Kruppke. Kurzfristige Investitionsabsagen von Kunden seien bisher nicht signifikant, aber für den Rest des Jahres sei eine Prognose schwierig. IDS Scheer habe ein wachsendes Ebit über die vier Quartale angepeilt. "Wir bewegen uns entlang dieser Linie", ergänzte Kruppke. 2000 erzielte IDS Scheer bei einem Umsatz von 125,8 Mill. Euro ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 12,8 Mill. Euro.

IDS will auch ohne die US Bristlecone Inc. -Firma mit Supply Chain Management (SCM) in den Vereinigten Staaten wachsen. "Die USA sind für uns ein wichtiger Markt", sagte der zweite Vorstandssprecher Ferri Abholhassan. Mit Bristlecone habe IDS Scheer ursprünglich einen leichteren und schnelleren Zugang zum US-Markt angestrebt. "Wir werden diesen Weg auch durch organisches Wachstum verfolgen", sagte Abholhassan. Akquisitionen seien nicht ausgeschlossen, es gebe aber nichts Konkretes. IDS Scheer hatte Mitte September von der geplanten Übernahme des Bristlecone-Beratungsbereiches Abstand genommen und dies mit Risiken begründet, die sich aus der Unternehmensprüfung ergeben hätten. "Es ging um Risiken, die bei einer Trennung der Bereiche entstanden wären", sagte Kruppke. Mitarbeiter wären verloren gegangen. "Wir hätten weniger bekommen, als wir bezahlt hätten." Mit der Verfassung des SCM-Marktes habe die Absage an Bristlecone nicht zu tun gehabt, sagte Abolhassan. Im Gegenteil, im SCM-Markt werde weiter investiert. In Deutschland gebe es inbesondere hier einen Nachfrageüberhang. "Im SCM- und im CRM-Bereich suchen wir zusätzlich qualifizierte Mitarbeiter ", ergänzte Abolhassen. IDS Scheer arbeite weiter mit Bristlecone zusammen. Beide Unternehmen ergänzten sich in den USA regional. IDS Scheer beschäftige 65 seiner rund 1500 Mitarbeiter in den Staaten.

Zusätzlicher Umsatz zugeflossen

Mit der Akquisition wäre IDS Scheer ein zusätzlicher Umsatz von fünf Mill. $ zugeflossen, sagte Abolhassan. Aber auch ohne diesen sehe das Unternehmen keinen Grund, seine Planung für 2001 zu ändern. Im laufenden Jahr wolle IDS Scheer im Ausland insgesamt den Turn-Around schaffen. "Dabei ist aber klar, dass wir wie angekündigt in den USA erst 2002 schwarze Zahlen sehen", sagte Abolhassan. "Die USA sind ein schwieriger Markt für uns. Dort gibt es viele große Player und hohen Wettbewerb." Insgesamt will IDS Scheer im laufenden Jahr 50 % seines Umsatzes im Ausland erwirtschaften. "Dass wir in den USA 2001 rote Zahlen schreiben ist unabhängig von der Akquisition", fügte Abolhassan hinzu. Kundenbasis und Umsatzsituation seien auch nicht direkt von den Anschlägen in den USA getroffen worden.

Der Schwerpunkt des Geschäfts werde weiter auf dem Produktangebot und der Beratung liegen. "Damit erzielen wir sehr gute Cross-Selling-Effekte, die kaum einer hat", sagte Kruppke. Die Geschäftsprozessberatung und die Softwareprodukte unterscheiden IDS Scheer von den reinen Systemintegratoren. Mit der erst seit vergangener Woche angebotenen webbasierten Version der Software ARIS zum Management von Geschäftsprozessen sei IDS Scheer absolut führend. Große Stücke setzt das Unternehmen auch in seine neue Software zur Geschäftsprozessanalyse und-optimierung PPM (Process Performance Manager). Zu den Kunden zählen etwa die Hypovereinsbank, Eon oder DeTeImmobilien. "Mit dem Thema Verbesserung von Geschäftsprozessen sind wir gut aufgestellt", sagte Kruppke.

Nicht nur SAP

Auch wenn IDS Scheer mit SAP nach Angaben von Kruppke 40 % seines Umsatzes im SAP-Umfeld erwirtschaftet, verstehen sich die Saarbrücker nicht als reines SAP-Beratungshaus - umgekehrt ist SAP größter Kunde der IDS Scheer. "Es war uns wichtig, dass wir unabhängig bleiben", sagte Kruppke. Der Umsatz mit Intershop mache weniger als ein Prozent aus. "Die Technologie halten wir nach wie vor für interessant", sagte Kruppke.

Die im Auswahlindex Nemax50 des Neuen Marktes notierten Aktien von IDS Scheer lagen am Dienstag kurz nach Handelsbeginn 1,60 % im Plus bei 7,62 Euro.

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