IFA soll Kauflust wecken
Vibrierende Kopfhörer und flache Bildschirme

Im neonblauen Licht schimmert ein Meer flacher Fernsehschirme, winzige Internet-Kameras glitzern auf gläsernen Regalen. Mit futuristischen Ständen werben die Großen der Unterhaltungselektronik bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin um die zuletzt eher zurückhaltenden Kunden. In den Messe- Hallen dröhnen Bässe aus riesigen Boxen und mischen sich mit Melodien der Autoradios und Handys.

HB/dpa BERLIN. Noch bis Mittwoch können sich Besucher bei der 44. Auflage des weltgrößten Branchentreffs mit mehr als 1000 Ausstellern über technische Neuheiten informieren - von vibrierenden Kopfhörern bis zur Fernbedienungen ohne Tasten.

Beim Eröffnungsrundgang hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) am Freitag auch aus privatem Interesse ein besonderes Auge auf die neuen TV-Geräte - für sie soll die IFA dank günstigerer Preise einen deutlichen Schub bringen. "Ich hätte gern einen Flachbildschirm", gesteht Clement, der auch Kopfhörer und Systeme zur Fernsteuerung von Spülmaschine und Fernseher erkundet. "Darüber muss ich aber noch mit meiner Frau sprechen." Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) muss die Industrie für flache Bildschirme erst noch gewinnen. "Das ist mit zu teuer, sage ich ganz ehrlich." Digitale Ideen für elektronische Hilfe im Haushalt seien aber verlockend.

Um auch bei weniger prominenten Kunden Kaufbegeisterung zu wecken, haben die Aussteller aus 37 Ländern teils groß aufgefahren: Sieben Wochen lang bauten Arbeiter am 7500 Quadratmeter großen Stand des niederländischen Elektronik-Riesen Philips, installierten 450 Flachbildschirme an Wänden und Decken und zogen 45 Kilometer Kabel ein. Andere Aussteller bescheiden sich mit schlichten Präsentationen.

Unweit der meterhohen Buchstaben am Stand des angeschlagenen Traditionsunternehmens Grundig hat der Ladenbauspezialist MGM aus Italien einen kleinen Stand. An den schlichten Tischen zwischen den bunten Leuchttafeln soll vor allem das Gespräch mit Fachbesuchern gesucht werden, wie Ramses Bröll, Bereichsmanager für Deutschland, sagt. "Wir bieten Inneneinrichtungen für Technikgeschäfte vom Fußboden bis zur Decke." Bereits seit 1995 komme das Unternehmen zur IFA. In der Bundesrepublik sei zuletzt eine schwächere Nachfrage zu spüren gewesen, in Osteuropa, Spanien und Italien werde aber sehr viel investiert.

Mit ihren Heimkino-Systemen auf die Messe gekommen ist die Firma Doss Limited aus Hongkong. "Wir sind zum ersten Mal dabei", sagt Markar Dawood, während der kleine Stand unter den dröhnenden Tönen eines Computerspiels aus den filigranen Lautsprechersäulen zu zittern scheint. Die Technik sei sehr leicht und könne daher dank geringerer Transportkosten günstiger angeboten werden.

Neben der geballten Ladung technischer Neuerungen erwartet die Besucher der IFA wieder ein breites Unterhaltungsprogramm der Hörfunk- und Fernsehsender. An den Ständen von ARD und ZDF werden bekannte Fernsehgesichter von Tagesschau-Sprecher Jens Riewa bis Moderator Kai Böcking erwartet. Auf den Bühnen haben sich Popsängerin Nena oder RTL-"Superstar" Alexander angesagt. Neben den Neuheiten, die Besucher nach dem Messebesuch im Laden kaufen können, blickt die IFA auch noch weiter in die Zukunft. Die Forscher des Fraunhofer- Instituts haben Kleidung mit eingenähter Computertechnik entwickelt. Der Prototyp "Fahrradkurier" hat unter anderem ein Navigationssystem und eine Nierenheizung - die Energie liefert der Dynamo.

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