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Ifo: Anschläge schlugen auf Stimmung der Industrie

Die Anschläge in den USA haben in Deutschland nach dem jüngsten Ifo-Konjunkturtest vornehmlich der Industrie auf die Stimmung geschlagen. Dass die Beurteilung der Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe im September stark eingebrochen sei, führten die Konjunkturforscher zumindest zum Teil auf den Einfluss aus den USA zurück.

Reuters MÜNCHEN. Dies habe auch die aufgekeimten Hoffnungen auf eine bevorstehende Besserung wieder zerstört. Während der Aufwärtstrend auch im Großhandel gestoppt wurde, besserte sich die Lage im westdeutschen Einzelhandel. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Ifo-Index war im September auf 85,0 Punkte und damit den tiefsten Stand seit acht Jahren gesunken.

Die konjunkturellen Folgen der Anschläge machten die Zuversicht mit Blick auf die Exportchancen der Industrie in Deutschland zunichte, teilte das Ifo-Institut weiter mit. Die Auftragsbestände seien gesunken. Ein Drittel der Unternehmen hielten sie inzwischen für zu niedrig, mehr Firmen als zuvor fuhren ihre Produktion zurück. Mit 84,6 (85,6) Prozent waren ihre Kapazitäten im September gleichwohl geringer ausgelastet als Ende Juni. Das Geschäftsklima in der ostdeutschen Industrie fiel auf den tiefsten Stand seit Sommer 1993. "Die Geschäftserwartungen für die Wintermonate waren so pessimistisch wie noch nie", resümierte das Ifo-Institut die Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage. Die Industriefirmen in den neuen Ländern konnten ihre Produktion nur zu 81,2 (82,4) Prozent auslasten. Ein Jahr zuvor waren es laut Ifo noch fast vier Prozentpunkte mehr.

In der Bauwirtschaft leide vor allem der Wohnungsbau und der öffentliche Bau, wo die aktuelle Lage von den Firmen so schlecht beurteilt worden sei wie seit vier Jahren nicht mehr. Auch bei den Erwartungen nehme die Skepsis zu. Die befragten Unternehmen rechnen im Westen Deutschlands auch in den nächsten Monaten nicht mit einer Belebung. Die Maschinen waren nur noch 59 (60) Prozent ausgelastet, jedes dritte Unternehmen will Personal abbauen. 60 % gaben an, die Auftragsbestände seien zu gering. Im Osten nahm trotz einer steigenden Auslastung von 67 (65) Prozent die Unzufriedenheit noch zu. In den neuen Ländern planen 41 % der Baufirmen Entlassungen.

Gegenläufig war im September die Entwicklung im Groß- und im Einzelhandel. Während die Großhändler im Westen dem Ifo zufolge von starken Nachfragerückgängen und erheblichen Umsatzeinbußen berichteten, erreichten die Einzelhändler trotz der gedrückten Stimmung unter den Verbrauchern wieder ihr Umsatzniveau aus dem Vorjahr. Bei den Bestellungen für die nächsten Monate sind aber beide vorsichtiger geworden. Die Einzelhandelspreise sollen in den nächsten Monaten leicht steigen.

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