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ifo-Geschäftsklima fällt im November überraschend deutlich

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November nach drei stabilen Monaten auf Grund des hohen Ölpreises und des steigenden Euros deutlich verschlechtert.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November nach drei stabilen Monaten auf Grund des hohen Ölpreises und des steigenden Euros deutlich verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex sei von 95,3 Punkten im Vormonat auf 94,1 Zähler gefallen, teilte das ifo Institut am Donnerstag in München mit. Von der Nachrichtenagentur AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt nur einem Rückgang auf 94,8 Punkte erwartet. Experten deuten die Daten in ersten Reaktionen als einen Hinweis auf ein schwaches Wirtschaftswachstum in Deutschland.

"Der hohe Ölpreis und die steigenden Rohstoffpreise hatten einen stärkeren negativen Einfluss als gedacht", sagte Deutsche Bank-Volkswirt Stefan Bielmeier. Neben dem hohen Ölpreis und der Euroaufwertung forderten aber auch "Standortprobleme" ihren Tribut, sagte Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts. "Die Standortprobleme haben die Binnenkonjunktur von der Weltkonjunktur abgekoppelt."

NUR Exporterwartungen Bleiben Stabil

Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, im Groß- und im Einzelhandel beurteilten das Geschäftsklima im November negativer, sagte Sinn. Im Bauhauptgewerbe sei das Geschäftsklima dagegen unverändert geblieben.

Die Geschäftserwartungen haben sich dem Institut zufolge nach einem Zuwachs im Oktober ebenfalls eingetrübt. So fiel die Erwartungskomponente von 95,9 Punkten im Vormonat auf 94,3 Punkte. "Abgesehen vom Bauhauptgewerbe schraubten die Unternehmen ihre Geschäftserwartungen in allen übrigen Bereichen zurück", sagte Sinn. Allerdings seien die Exporterwartungen der Industrie weiter stabil geblieben.

Keine Rezessionsgefahr

Nach drei stabilen Monaten trübte sich auch die Beurteilung der aktuellen Lage ein. Laut ifo-Institut verschlechterte sich die Lagekomponente von 94,7 Punkten auf 93,8 Zähler. Damit haben die Unternehmen erstmals seit Juni die aktuelle Lage wieder ungünstiger beurteilt, sagte Sinn.

Trotz eines unerwartet starken Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex für November sieht die HVB Group allerdings keine Gefahr einer erneuten Rezession in Deutschland. Die deutsche Konjunktur ist noch weit entfernt von einer Rezession, heißt es in einer ersten Stellungnahme der HVB Group. Die Erwartungskomponente von 94,3 Punkten zeige eine Rezessions-Wahrscheinlichkeit von nur zehn Prozent, hieß es.

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