Ifo-Geschäftsklima-Index hat keine Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Schwache US-Börsen und Gewinnmitnahmen belasten Dax

Bei den Hochtechnologiewerten zählten die Titel von Epcos mit einem Abschlag von 3,4 % zu den größten Verlierern. Händler begründeten die Verluste mit Gewinnmitnahmen.

Reuters FRANKFURT. Schwache Vorgaben der US-Börsen sowie Gewinnmitnahmen nach den Kurszuwächsen in der vergangenen Woche haben am Montag Händlern zufolge die deutschen Standardaktien belastet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Nachmittag mit einem Abschlag von 1,2 % auf 6 055 Zählern. Händler sprachen von einem lustlosen und umsatzarmen Geschäft. Insbesondere bei Hochtechnologiewerten hätten die Börsianer nach den jüngsten Gewinnen Kasse gemacht, hieß es am Markt. Nach den jüngsten Kurszuwächsen sei eine "Verschnaufpause" des Marktes nur gesund, fügte ein Marktteilnehmer hinzu.

Die US-Börsen eröffneten schwächer. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index notierte im frühen Geschäft 2,5 % niedriger auf 2 109 Zählern. Der 30 führende Industriewerte umfassende Dow-Jones-Index ermäßigte sich um 0,3 % auf 10 547 Zähler.

Der am Morgen veröffentlichte Ifo-Geschäftsklima-Index, der auf eine weitere Abschwächung der Konjunktur in Deutschland hindeutete, hatte Händlern zufolge indes keine Auswirkungen auf den Aktienmarkt.

Bei den Hochtechnologiewerten zählten die Titel von Epcos mit einem Abschlag von 3,4 % zu den größten Verlierern. Händler begründeten die Verluste mit Gewinnmitnahmen. Zudem stufte das Investmenthaus Merrill Lynch den Münchner Hersteller von elektronischen Bauelementen auf mittelfristig "Neutral" von "Akkumulieren" zurück. Merrill-Lynch-Analyst Ian Rennardson sagte, er habe sich an der Bewertung der Aktie orientiert, weil der Kurs in den vergangenen drei Wochen um fast 40 % gestiegen sei. Außerdem könne die Auftragssituation die Investoren überraschen, wenn am 3. Mai die Zahlen für das zweite Quartal bekannt gegeben würden. Er fügte hinzu, er sehe Risiken für die gegenwärtigen Prognosen des Unternehmens.

SAP büßten 3,9 % auf 158,72 Euro ein. Das Software-Unternehmen beendete nach eigenen Angaben die Vertriebsallianz mit der Nortel Network-Tochter Clarify. "Wir haben die Vereinbarung beendet", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann auf einer Pressekonferenz in Lissabon. Im Rahmen der Allianz hatte die SAP Call Center-Software von Clarify über ihr Produkt mySAP.com vertrieben. Die Vereinbarung, die zuvor eine Abkehr von dem Prinzip der Eigenentwicklung bei SAP angesehen worden war, zerbrach nach einem Wechsel im Management von Clarify.

Indexschwergewicht Deutsche Telekom fiel im Vorfeld der Bekanntgabe der Jahresbilanzdaten am Dienstag um 2,7 % auf 28,66 Euro.

Kursgewinne verbuchten dagegen Thyssen-Krupp . Der Wert erhöhte sich um knapp ein Prozent auf 17,57 Euro zu. Die Thyssen Krupp Steel AG will nach Angaben ihres Vorstands Wolfgang Kohler über kurz oder lang in den USA mit eigener Produktion Fuß fassen. "Ein eigener Standort in den USA hat für uns große Bedeutung", sagte Kohler auf der Hannover Messe. Kohler bekräftigte, dass es bereits mit einigen Kandidaten in Nordamerika Gespräche gebe. Einzelheiten wollte er aber nicht nennen.

Im Schlepptau der Hannover Messe konnten auch MAN zulegen. Die Aktie des Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzerns verbesserte sich um 0,9 % auf 30,61 Euro.

Der MDax verlor 0,8 % auf 4 561 Punkte.

Am Neuen Markt gingen die Wachstumswerte auf Tauchfahrt. Der alle Titel umfassende Nemax-All-Share-Index sank um 1,7 % auf 1 761 Punkte.

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