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ifo-Geschäftsklima steigt trotz Öl und Eurokurs im Oktober leicht

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober trotz hohem Ölpreis und Eurokurs überraschend etwas aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex sei von 95,2 Punkten im Vormonat auf 95,3 Punkte gestiegen, teilte das ifo Institut am Montag in München mit.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober trotz hohem Ölpreis und Eurokurs überraschend etwas aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex sei von 95,2 Punkten im Vormonat auf 95,3 Punkte gestiegen, teilte das ifo Institut am Montag in München mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt hingegen einen Rückgang auf 94,8 Punkte erwartet. Der Index verharre damit zum dritten Mal in Folge ungefähr auf dem langjährigen Durchschnitt. Nach Einschätzung von Volkswirten ist der Anstieg aber noch keine Entwarnung.

"Die Konjunktur läuft weiterhin, aber die Dynamik früherer Aufschwünge fehlt", sagte Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts. Die Beschäftigungserwartungen seien immer noch schlecht.

Die Geschäftserwartungen haben sich dem Institut zufolge nach Rückgängen in den Vormonaten geringfügig aufgehellt, während die Lage fast konstant blieb. So kletterte die Erwartungskomponente von 95,7 Punkten im Vormonat auf 95,9 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Lage sank hingegen leicht von 94,8 Punkten auf 94,7 Zähler.

Abschwächung DER Dynamik

Die überraschende Stimmungsaufhellung ist nach Einschätzung der Deutschen Bank noch kein Zeichen für eine Entwarnung. Trotz des leichten Anstiegs deute der Indikator weiter auf eine Abschwächung der Wachstumsdynamik hin, sagte Deutsche Bank-Volkswirt Stefan Bielmeier am Montag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Er bezeichnete die Entwicklung als "leichten, positiven Ausreißer".

Die Fondsgesellschaft Invesco sieht trotz der jüngsten leichten Erholung beim ifo Index weiter einen anhaltenden Abwärtstrend. So sei der jüngste konjunkturbelastende Eurokursanstieg noch nicht vollkommen in den jüngsten ifo-Daten eingegangen, schreibt Chefvolkswirt, Jörg Krämer.

Keine Rezession

Positiver äußerte sich die Commerzbank. Die stabile Stimmung bei den deutschen Unternehmen trotz des hohen Ölpreises sei eine "eindeutig positive Überraschung". Die Konjunktur dürfte im Winterhalbjahr zwar ein etwas geringeres Schritttempo vorlegen. Ein Ende der Belebung oder gar ein erneutes Abrutschen der Wirtschaft in eine Rezession sei aber nicht zu erwarten.

Die Entwicklung des Geschäftsklimaindikators fiel in Ostdeutschland ungünstiger aus als im Westen. In Ostdeutschland kam es sogar zu einem leichten Rückgang des Geschäftsklimas. Im verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel haben sich die Geschäftserwartungen eingetrübt. Optimistischer als im Vormonat beurteilten dagegen der Einzelhandel und das Bauhauptgewerbe ihre Entwicklung in den nächsten sechs Monaten. Die Exporterwartungen der Industrie haben sich nach einem Rückgang im Vormonat wieder verbessert.

Der Eurokurs setzte nach der Veröffentlichung seinen Höhenflug fort und stieg über 1,28 Dollar. Die Anleihenkurse gaben daraufhin leicht nach. Der Dax veränderte sich nach der Veröffentlichung kaum.

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